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1:2 beim Hamburger SV: Fortuna enttäuscht bei Auftakt-Niederlage


1:2 beim Hamburger SV
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Fortuna enttäuscht bei Auftakt-Niederlage



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Hamburg – Düsseldorf: die Bilder des Spiels
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Hamburg Der Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf schoben sich vor der Partie munter die Favoritenrolle hin und her. Auf dem Platz wurde der HSV dieser dann gerecht. Das Team von Trainer Uwe Rösler enttäuschte hingegen auf ganzer Linie.

Tiefstapeln ist die neue Königsdisziplin in der 2. Fußball-Bundesliga. Aufsteigen will ein Großteil der Klubs, reden darüber will aber so richtig keiner. Allein durch den Namen, die jüngste Historie und die Größe der Vereine gehören der Hamburger SV und Fortuna Düsseldorf naturgemäß zum engsten Favoritenkreis im Unterhaus. Dafür spricht auch, dass ausgerechnet diese beiden Vereine am Freitagabend die Saison eröffnen durften. Vor immerhin 1000 HSV-Fans bewies aber nur Fortuna, dass Tiefstapeln gerechtfertigt ist. Die Hamburger siegten verdient mit 2:1 (1:0).

Beide Trainer betonten vor der Partie, dass man – gerade nach der von der Corona-Pandemie überschatteten Vorbereitung – so gar nicht einordnen könne, wo das eigene Team im Vergleich denn nun so genau stehen würde. Und diese Unsicherheit wurde auch bei den Spielern zu Beginn der Partie offensichtlich.



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HSV – Düsseldorf: die Fortunen in der Einzelkritik
Foto: dpa/Daniel Bockwoldt

Fortunas Coach Uwe Rösler war aber immerhin so überzeugt von seinem ausgeglichenen Kader, dass er seinen gerade erst ernannten Kapitän Adam Bodzek auf die Bank setzte. Dafür feierte Kevin Danso sein Pflichtspieldebüt in der Innenverteidigung. Eigentlich sollte das die einzige Änderung zum Sieg im Pokal in Ingolstadt bleiben. Doch Edgar Prib verletzte sich beim Aufwärmen, musste mit muskulären Problemen passen und wurde durch Jakub Piotrowski ersetzt. Pribs Ausfall machte sich dann auch durch das Fehlen jeglicher Kreativität von der Achterposition aus bemerkbar.

Rösler hatte vor dem Auftakt Florian Kastenmeier zu seiner Nummer eins erkoren. Und der Torhüter zeigte in den ersten Minuten sein ganzes Spektrum: Erst segelte er meilenweit an einer Flanke vorbei, nur um eine Minute später mit einer Weltklasse-Parade den Ball von der Linie zu kratzen. Die Chance für den HSV hatte Jeremy Dudziak, der auch in der Folge zusammen mit Simon Terodde der auffälligste Hamburger war. Die beiden waren dann auch konsequenterweise die Hauptdarsteller beim 1:0 kurz vor dem Pausenpfiff.

Dudziak ging parallel mit Fortunas insgesamt unglücklich agierenden Linksverteidiger Florian Hartherz im Strafraum zu einem hohen Ball. Dudziak berührte den Ball Sekundenbruchteile vor Hartherz, der den Hamburger leicht am Fuß touchierte. Für Schiedsrichter Christian Dinger reichte das für den Fingerzeig auf den Elfmeterpunkt. Terodde verwandelte das Strafstoß-Geschenk, obwohl Kastenmeier den Ball noch mit der Hand berührte.

Diese Führung hatten sich die Hausherren aber durchaus auch verdient. Der HSV war die bessere zweier Mannschaften, die vor allem darauf bedacht waren, defensiv gut zu stehen. Fortuna war viel zu passiv, führte auch viele Zweikämpfe nicht mit der nötigen Entschlossenheit und ließ in Ballbesitz jeglichen Mut vermissen. Zudem pflaumten sich die Spieler nach misslungenen Aktionen lieber an, anstatt sich gegenseitig zu motivieren. Allen voran waren sich Andre Hoffmann und Danso ganz offenkundig nicht ganz einig, wer denn nun Abwehrchef der neuen Fortuna ist.

Nach 53 Minuten schafften es die Düsseldorfer immerhin den ersten Ball aufs Hamburger Gehäuse zu bringen. Der Kopfball von Rouwen Hennings war aber eher eine Rückgabe. Wenig später verlor der eingewechselte Thomas Pledl den Ball, beim folgenden Konter verlor Fortunas Verteidigung völlig die Zuordnung, so dass Terodde nach Dudziak-Vorarbeit nur noch den Kopf zum 2:0 hinhalten musste.

Dass Nana Ampomah wegen Meckerns noch die Gelb-Rote Karte sah, passte zu Fortunas gebrauchtem Tag. Matthias Zimmermann erzielte zwar noch das 1:2 in der Nachspielzeit, es war aber nur ein schwacher Trost.