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2:2 gegen Regensburg: Fortuna rettet nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt


2:2 gegen Regensburg
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Fortuna rettet nach 0:2-Rückstand noch einen Punkt



Jamil Siebert (re.) gegen den Regensburger Kaan Caliskaner.
Foto: Frederic Scheidemann

Düsseldorf Erst im Schlussspurt erkämpft sich der Bundesliga-Absteiger nach einem 0:2-Rückstand noch einen Punkt gegen Jahn Regensburg. Die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler steht nach vier Partien weiter bei nur einem Sieg und offenbart vor allem in der Defensive erhebliche Schwächen.

Die Saison der 2. Fußball-Bundesliga ist noch jung, und doch schien bei Fortuna Düsseldorf schon richtig Feuer unterm Dach auszubrechen. Bis zehn Minuten vor dem Ende führte der Gast Jahn Regensburg in der Stockumer Arena verdient mit 2:0, doch am Ende schaffte der Bundesliga-Absteiger durch eine Energieleistung im Schlussspurt noch ein 2:2. Kenan Karaman und Rouwen Hennings retteten den vor allem in der Defensive enttäuschenden Gastgebern wenigstens einen Punkt.



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Düsseldorf – Regensburg: die Fortunen in der Einzelkritik
Foto: dpa/Roland Weihrauch

Das Verletzungspech weicht der Fortuna nicht von der Seite. Im Abschlusstraining verletzte sich der polnische Nationalstürmer an den Adduktoren und stand daher nicht für den Kader zur Verfügung. Somit konnte Rösler nicht einmal auf eine volle Wechselbank zurückgreifen, denn dort saßen inklusive der Nachwuchsspieler Tim Köther und Michel Stöcker gerade einmal acht Akteure. Dass es ausgerechnet wieder Kownacki erwischen musste, der in der vergangenen Saison immer wieder verletzt war und in der Vorbereitung an Covid-19 erkrankt war, ist aus Düsseldorfer Sicht natürlich doppelt bitter.

In der Vierer-Abwehrkette, die Röslers 4-4-2-System zugrunde lag, setzte der Chefcoach nicht ganz unerwartet auf den 18-jährigen Jamil Siebert als Nebenmann von Luka Krajnc, und der Youngster erlebte schon nach 23 Sekunden sein Waterloo. Sicherlich hätte Fortunas Defensive schon die Flanke verhindern müssen, aber das entschuldigt nicht Sieberts zögerliches Verhalten in der Deckungszentrale. Er wartete den entscheidenden Moment zu lange, eher er sich entschloss, zum Kopfball hochzugehen – und das nutzte Andreas Albers schonungslos aus. Der bullige Regensburger stieg hoch und köpfte beim ersten Angriff der Gäste zum 0:1 ein.



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Fortuna – Regensburg: die Bilder des Spiels
Foto: dpa/Roland Weihrauch

Fortuna antwortete zwar wütend, hatte in den folgenden Minuten nach zwei starken Antritten von Kenan Karaman auch gute Chancen: Einmal wurde Thomas Pledls Schuss aus aussichtsreicher Position geblockt, und nach dem folgenden Eckball vergab Florian Hartherz eine hundertprozentige Kopfballmöglichkeit. Doch in der 20. Minute kam der nächste Nackenschlag: Sebastian Stolze ging mit einem langen Pass auf und davon und hängte dabei Siebert ab, der erneut nicht gut aussah. Ein Beinschuss gegen Torhüter Florian Kastenmeier rundete das 2:0 für die Gäste ab.

Die Gegentreffer waren symptomatisch für eine kuriose erste Hälfte, in der Fortuna offensiv ganz odentlich agierte, dafür aber bei fast jedem Regensburger Angriff zittern musste. Im Spiel nach vorn gab es neben der mangelnden Chancenverwertung im Grunde nur zu bemängeln, dass Brandon Borrello so gut wie gar nichts gelang; die Offensivkollegen des Australiers inszenierten dagegen einige gelungene Szenen. Das konnte indes die äußerst wacklige Defensive nicht kompensieren, die neben Siebert auch in Jean Zimmer auf der rechten Seite einen großen Schwachpunkt hatte.



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Fortunas Scorerliste 2020/21
Foto: dpa/Matthias Balk

Zur Pause brachte Rösler dann Kristoffer Peterson für Borrello und kurz darauf auch Shinta Appelkamp für Marcel Sobottka. Peterson führte sich mit einem schönen Flankenlauf auch gleich sehr gut ein – aber was nutzte das alles, wenn Pledl in der Mitte die daraus resultierende Riesen-Kopfballchance ausließ? So schien das Muster der Partie bis zum Ende gleich zu bleiben. Fortuna mühte sich, verbuchte auch im Ansatz einige Offensivszenen, blieb aber ohne Durchschlagskraft und verzettelte sich mehr und mehr. Doch dann rüttelte das Solo von Kenan Karaman, ohnehin noch der beste Düsseldorfer Feldspieler, seine Mannschaft auf. Das 1:2 des türkischen Nationalstürmers setzte noch einmal Kräfte frei, die verschüttet schienen – und so gelang Rouwen Hennings per Kopf tatsächlich noch das 2:2. Zu wenig, um zufriedenstellen zu können, aber doch erst einmal genug, um die ärgsten Wogen zu glätten.

Statistik:

Düsseldorf: Kastenmeier – Zimmer (90. Klarer), Siebert, Krajnc, Hartherz – Bodzek, Sobottka (53. Appelkamp) – Borrello (46. Peterson), Pledl (75. Ofori) – Karaman, Hennings. – Trainer: Rösler

Regensburg: Meyer – Hein (76. Makridis), Nachreiner, Elvedi, Wekesser – Moritz (88. Opoku), Besuschkow – Vrenezi (88. Palionis), Stolze (69. Saller) – Albers (88. Becker), Caliskaner. – Trainer: Selimbegovic

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Tore: 0:1 Albers (1.), 0:2 Stolze (20.), 1:2 Karaman (81.), 2:2 Hennings (86.)

Zuschauer: keine

Beste Spieler: Pledl, Karaman – Vrenezi, Stolze

Gelbe Karten: Sobottka (2) – Wekesser (2), Moritz, Nachreiner (3)

Torschüsse: 8:20

Ecken: 6:7

Ballbesitz: 52:48 %

Zweikämpfe: 82:91