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Abitur-Aufgaben zu schwer: Bremen hebt Mathe-Noten um zwei Punkte an

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Abitur-Aufgaben zu schwer

Nach Sachsen und Berlin folgt Bremen: Die diesjährigen Mathe-Abitur-Aufgaben waren auch an der Weser offenbar vielen Schülern zu schwer. Deshalb sollen die Noten jetzt nach oben korrigiert werden.






“Weniger ein Corona-bedingtes Phänomen”: Schüler im Mathematikunterricht der Oberstufe (Archivbild)

Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Ein Teil der Bremer Abiturientinnen und Abiturienten kann sich freuen: Weil der Notendurchschnitt bei den Prüfungen im Fach Mathematik in diesem Jahr schlechter ist als üblich, hebt die Bremer Bildungsbehörde die Noten um jeweils zwei Punkte an. Die Aufgaben aus dem zentralen Abitur-Pool der Bundesländer seien offenbar “wegen des Aufbaus und der Verständlichkeit der Texte sehr schwierig gewesen”, teilte Schulsenatorin Claudia Bogedan am Montag in einer Erklärung mit.

“Wir gehen davon aus, dass es sich weniger um ein Corona-bedingtes Phänomen handelt, als vielmehr um die Schwere der Aufgaben”, sagte die SPD-Politikerin. In vielen anderen Bundesländern seien diese Aufgaben entweder nicht ausgewählt oder sprachlich erheblich modifiziert worden. Die Maßgabe, vom kommenden Schuljahr an bundesweit in allen Ländern beim Abitur die zentralen Aufgaben des Berliner Instituts für Bildungswesen (IQB) nehmen zu müssen, werde deshalb ausgesetzt.

In der vergangenen Woche hatte bereits Sachsen die Abiturnoten im Fach Mathematik um jeweils einen Punkt angehoben. Eine Erhebung bei den Gymnasien habe ergeben, dass der Notendurchschnitt im Leistungskurs im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Punkte schlechter gewesen sei, hatte das Kultusministerium den Schritt begründet. Die gestellten Aufgaben entsprachen laut Ministerium zwar grundsätzlich dem sächsischen Lehrplan. Allerdings musste in einigen Aufgaben das erworbene Wissen auf neue und unbekannte Sachverhalte angewendet werden.

Proteste auch in Berlin

Auch in Berlin habe es in diesem Jahr Proteste wegen des Umfangs und der Schwere der Mathe-Aufgaben im Abi gegeben, berichtet der “Tagesspiegel”. So hätten sich Lehrkräfte darüber beschwert, dass die Aufgaben schon rein zeitlich nicht zu schaffen gewesen wären – ein Vorwurf, der auch 2019 schon erhoben worden war. Auch seien fehlerhafte und missverständliche Mathe-Aufgaben gestellt worden. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) will die Beschwerden dem Bericht zufolge jetzt prüfen.

Bremen hatte bereits im vergangenen Jahr die Mathe-Noten angehoben. Gemeinsam mit Kultusministern anderer Bundesländer habe sie damals das IQB zum Handeln aufgefordert, sagte Claudia Bogedan. Bislang sei dort aber so gut wie nichts passiert, kritisierte sie. Das Thema müsse weiter diskutiert, die Aufgaben in Mathe konsequenter angepasst und stärker mit eigenen Aufgaben gemischt werden. Auch müsse es einen stärkeren Austausch der Bundesländer geben.

Eins allerdings sei klar, so Bogedan: Die nachträgliche Verbesserung von Noten bleibe eine absolute Ausnahme. “Eine pauschale Anhebung der Abiturnoten oder in anderen Fächern wird es nicht geben”, teilte die Senatorin mit.

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