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Abriss der Manheimer Kirche: Analoger Protest in Kerpen zum digitalen Tag des Denkmals in NRW


Abriss der Manheimer Kirche
:
Analoger Protest in Kerpen zum digitalen Tag des Denkmals in NRW



Klima-Aktivistin Luisa Neubauer (3.v.l.) steht mit anderen Aktivisten vor der für den Abriss freigegebenen Kirche.
Foto: dpa/David Young

Kerpen Wie so viele Ereignisse konnte auch der Tag des offenen Denkmals in der Corona-Pandemie in diesem Jahr nur digital stattfinden. In Kerpen gab es jedoch auch Vor-Ort-Proteste von Umweltaktivisten gegen den geplanten Abriss einer Kirche.

Der Tag des offenen Denkmals hat in diesem Jahr in NRW zum ersten Mal weitgehend digital stattgefunden. In Kerpen hatte am Sonntag jedoch eine kleine Menschengruppe den Tag zum Anlass genommen, um gegen den Abriss der Manheimer Kirche zu protestieren. Es seien rund 20 Demonstrierende vor Ort gewesen, berichtete ein DPA-Reporter. Auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer sprach sich in einer Rede für einen Erhalt der Kirche aus. Der Umsiedlungsort Kerpen-Manheim nahe Köln befindet sich schon länger in der Diskussion, da dort Platz für den Hambacher Tagebau entstehen soll.

In anderen Städten im Bundesland, etwa in Dormagen, Krefeld oder Leverkusen, wurde der Tag des offenen Denkmals wegen der Corona-Pandemie im Internet begangen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz empfahl unter anderem den Online-Auftritt des Kölner Denkmalprojekts „Mit Abstand zum Krieg“. Hier versuchte das Institut für Festungsarchitektur, CRIFA, alle in Köln noch verbliebenen Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg zu dokumentieren und für den Tag des offenen Denkmals filmisch in Szene zu setzen. In Köln sind 23 Bunker aus der Zeit des Nationalsozialismus erhalten geblieben.

Das Dortmunder U präsentierte einen Film, der auf die Geschichte des heutigen Zentrums für Kunst und Kreativität zurückblickt. Schloss Burg im Bergischen Land lud ein zu einem virtuellen Rundgang durch die Säle der mittelalterlichen Festung, in der einmal sogar der Erzbischof von Köln gefangen gehalten wurde. Der Besucher hat sich dabei virtuell per Maus-Klick oder Touchscreen bewegt und konnte auf viele Details wie die Wandbilder zoomen. Auf der Website der Burg Zelem gab es wiederum eine 3-D-Rekonstruktion der Anlage im Mittelalter zu entdecken.