Spiegel

Anke Engelke über “Das letzte Wort”: “Brauche ich dieses Essen, diese Hose, diesen Menschen?”

Anke Engelke steht in einem Münchner Hotelzimmer, kramt in ihrer Reisekühltasche, klirrt mit Gläsern und bietet selbst gemachten Linsen- und Quinoasalat an. Sie ist Veganerin und umweltbewegt, deshalb reist sie gern mit eigenem Proviant in abspülbarer Verpackung. Erzählt man dann in einem ungelenken Eisbrechversuch, dass man sich gerade selbst eine Kühltasche in ähnlich handlicher Größe gekauft habe, aus dem Merchandise-Sortiment des aktuell total angesagten Deutschrappers Apache 207 nämlich, horcht sie auf und will wissen, ob sie aus Plastik ist.

Es wirkt freundlich, aber auch streng. Sofort schämt man sich für die eigene Nachlässigkeit in Sachen Umweltschutz.

Obwohl Engelke ihr Privatleben weitgehend unter Verschluss hält – sie hat Kinder, lebt in Köln –, ist sie eine der wenigen Prominenten, die man nicht nur kennt, sondern die einem persönlich bekannt vorkommen, mehr noch: von denen man gerne gemocht werden möchte, selbst bei diesem Interviewtermin, bei dem es eigentlich nur um ihre neue Rolle als tragikomische Trauerrednerin in einer neuen Netflix-Serie gehen soll.