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Apple stellt neue Apple Watch und iPads vor




Die Apple Watch Series 6


Die Apple Watch Series 6


Foto: Apple

Zum ersten Mal präsentiert am Dienstagabend Apple neue Produkte mit einer Onlineshow statt live aus dem Steve Jobs Theater in Cupertino. Die Veranstaltung ist eine wohlchoreografierte Inszenierung – und begann mit einer Überraschung: Statt ein großes Geheimnis daraus zu machen, stellt Tim Cook gleich zu Beginn klar: Heute wird es um Smartwatches und iPads gehen.

Äußerlich unterscheidet sich die neue Apple Watch Series 6 bis auf neue Farben nicht vom Vorgängermodell Series 5. Unter anderem wird sie in einem Blauton und in Rot erhältlich sein. Ihr Gehäuse wird komplett aus Recycling-Aluminium hergestellt, als Antrieb dient der neue Apple S6-Prozessor, der 20 Prozent mehr Leistung liefern soll, als der Chip in der Series 5. Wie immer bringt Apple zu dem neuen Modell auch neue Ziffernblätter und Armbänder heraus. Eine neue Funktion namens Familien-Setup soll Eltern helfen, von ihrem iPhone aus eine Apple Watch für ihre Kinder einzurichten.



Messung des Blutsauerstoffs auf einer Apple Watch

Messung des Blutsauerstoffs auf einer Apple Watch


Foto: 

Apple


Technisch ist das wichtigste neue Merkmal der Series 6 ein integriertes Pulsoxymeter, ein Sensor, der den Sauerstoffgehalt im Blut messen kann. Eine Messung dauert 15 Sekunden und bietet die Möglichkeit, einen Sauerstoffmangel frühzeitig zu erkennen und die Fitness zu bewerten.

Normale Messwerte liegen zwischen 93 und 99 Prozent. Die Messung des Blutsauerstoffs im Schlaf beispielsweise, kann Hinweise auf eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe geben, eine Form des Schnarchens, bei der ein erschlaffter Zungenmuskel die Luftröhre blockiert. In der Praxis messen beispielsweise Bergsteiger ihre Sauerstoffsättigung, um eine drohende Höhenkrankheit schnell zu erkennen.

Die Apple Watch Series 6 wird ab 418,15 Euro kosten.



Die neue Apple Watch SE

Die neue Apple Watch SE


Foto: Apple

Neben der Series 6 wurde erstmals die Apple Watch SE gezeigt. Bisher hat Apple mit der Einführung einer neuen Apple Watch stets ein älteres Modell als günstiges Alternative angeboten. So gab es parallel zur Series 5 die zwei Jahre ältere Series 3 zu Preisen ab 229 Euro, die Series 5 kostete zwischen 449 und 1849 Euro. Nun gibt es mit der Apple Watch SE erstmals ein eigenständiges Lowcost-Modell.

Die Apple Watch SE soll ab 291,50 Euro kosten. Ihr Prozessor ist doppelt so schnell wie der in der Series 3, sie ist wasserdicht und verfügt über eine Fallerkennung, hat aber keine EKG-Funktion und keine Blutsauerstoffmessung.



Apple Sport-Abo Fitness

Apple Sport-Abo Fitness


Foto: Apple

Neben den neuen Smartwatches, die ab Freitag erhältlich sein sollen, kündigte Apple den neue Abodienst Fitness an. Hier soll man mit Musik und Videos bei virtuellen Workouts angeleitet werden. In den USA kostet der Dienst 10 Dollar pro Monat oder 80 Dollar pro Jahr. Für eine Einführung in Deutschland wurde kein Termin genannt.

Darüber hinaus wurde das Apple One angekündigt, ein Kombi-Abo, das Apple Music, Apple TV , Apple Arcade und Speicherplatz in der Cloud zusammenfasst. Die Preise liegen je nach Umfang und Speicherplatz zwischen 15 und 20 Euro pro Monat.

Das iPad Air wird schneller als die Pro-iPads

Mit dem neuen iPad Air nähert Apple seine Tablet-Mittelklasse den Modellen der Pro-Klasse an. Zum einen wird es von dem vollkommen neue A14-Bionic-Prozessor angetrieben, der in 5-Nanometer-Technik aufgebaut ist und es damit hinsichtlich der Leistung eine Stufe über das aktuelle iPad Pro stellt. 

Sein Bildschirm ist 10,9 Zoll groß und hat eine Auflösung von 2360 x 1650 Pixeln. Weil dessen Rahmen zudem sehr schmal ist, wurde der Fingerabdrucksensor in die seitlich angebrachte Einschalttaste verlagert.



iPad Air 4: Neuer Prozessor und neue Farben

iPad Air 4: Neuer Prozessor und neue Farben


Foto: APPLE/HANDOUT HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Das Design erinnert sehr an das der aktuellen iPad-Pro-Modelle, das aus Recycling-Alu gebaute Gehäuse ist vergleichsweise kantig, auf der Rückseite ragt nur eine 12-Megapixel-Kamera heraus. Auf den für Augmented Reality (AR) wichtigen Lidar-Scanner muss man hier verzichten. Nicht verzichten muss man allerdings auf den USB-C-Anschluss der Pro-Modelle, über den man die Geräte schnell aufladen und mit Zubehör wie Digitalkameras oder Festplatten verbinden kann.

Wie bei den Pros lässt sich das neue iPad Air mit einem 330 Euro teuren Smart Keyboard Folio zur Reiseschreibmaschine aufwerten. Oder mit dem Apple Pencil der zweiten Generation zum Zeichenbrett. Den Einstiegspreis für ein Modell mit 64 GB Speicher und Wifi beziffert Apple mit 632,60 Euro. Kaufen kann man es aber erst ab Oktober.

Sehr viel günstiger, nämlich ab 369,40 Euro, bekommt man ab dem 18. September Apples neues Einstiegs-Tablet. Mit 32 GB Speicher, einem A12-Bionic-Chip und einen 10,2 Zoll großen Bildschirm, ist es allerdings deutlich bescheidener bestückt.

Viele der Möglichkeiten der neuen iPads und Apple Watches werden Apple-Nutzerinnen und -Nutzer ab morgen allerdings auch ohne neue Hardware ausprobieren können. Denn bevor die neuen Gadgets in die Läden kommen will Apple am Mittwoch einen Schwung neuer Betriebssysteme veröffentlichen: iOS 14 für die iPhones, iPadOS 14 für iPads, watchOS 7 für Apple Watches und tvOS für Apples TV-Boxen. Anders als die neuen Gadgets bekommt man die Updates wie immer kostenlos.

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