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Auch Volkswagen und SAP boykottieren Facebook aus Protest gegen Hassbotschaften

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Volkswagen will im Juli keine Facebook-Anzeigen schalten


Volkswagen will im Juli keine Facebook-Anzeigen schalten

DAVID HECKER/EPA-EFE/REX

Am Wochenende hatten die Initiatoren der Kampagne #StopHateforProfit angekündigt, den Anzeigen-Boykott gegen Facebook aus den USA nach Europa auszuweiten. Zu den ersten Unternehmen aus Deutschland, die sich daran beteiligen, gehören auch der Volkswagen-Konzern sowie SAP, wie das “Handelsblatt” zuerst berichtete.

Mit der Kampagne wollen Bürgerrechtsorganisationen wirtschaftlichen Druck auf Facebook ausüben, um Veränderungen im Umgang mit Rassismus, Hass und Hetze zu erzwingen. Sie versuchen, Unternehmen dazu zu bewegen, zumindest im Juli keine Anzeigen mehr auf Facebook und Instagram zu schalten. Bisher sind mehr als 120 Firmen und Marken als Unterstützer auf der Website von StopHateforProfit gelistet.

Deutsche Unternehmen stehen zwar noch nicht auf dieser Liste, haben aber dennoch angekündigt zumindest zeitweise keine Werbung bei Facebook schalten: Nicht nur Henkel hat nach Angaben von Reuters bereits angekündigt, im Juli zum Beispiel keine Waschmittelwerbung auf Facebook zu schalten. Auch Fritz-Kola verzichtet nach eigenen Angaben “bis Ende Juli auf bezahlte Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram”. Der Vorwurf des Hamburger Getränkeherstellers: “Meldet man Hasspostings bei Facebook, passiert meistens: nichts. Facebook macht nur genau so viel, wie es machen muss.”

Volkswagen sagte dem “Handelsblatt”, man stehe für “ein offenes und gleichberechtigtes Miteinander. Ein Umfeld von Falschmeldungen oder Hassbotschaften ist daher für uns nicht akzeptabel.” Daher setzten der Konzern wie auch seine Marken im Juli “zentral geschaltete Anzeigen auf Facebook aus”. Eine Sprecherin sagte dem SPIEGEL, gemeint seien alle Anzeigen, die der Konzern weltweit selbst schaltet. Nicht beeinflussen könne man, was die selbständigen Partner von VW, wie zum Beispiel Autohäuser, entscheiden.

Der Konzern hatte jüngst selbst harsche Kritik für einen als rassistisch empfundenen Werbespot auf Instagram auf sich gezogen und dafür um Entschuldigung gebeten.

SAP stoppe laut “Handelsblatt” alle Werbeanzeigen auf Facebook und Instagram, bis das US-Unternehmen “ein deutliches Signal gegen die Verbreitung von Hasskommentaren und Rassismus auf seinen Plattformen sendet”.

Auch der Outdoor-Ausrüster Vaude beteiligt sich am Boykott und stellt “die Forderung an Facebook, Hass, Spaltung und Manipulation nicht weiter zu fördern.” Für das Familienunternehmen aus Tettnang-Obereisenbach sind Facebooks Plattformen ein wichtiger Werbemarkt, nach eigenen Angaben entfallen rund 25 Prozent des Medienbudgets darauf.

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