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Australien: Buckelwale verirren sich in Fluss – Nationalpark gesperrt

Mehrere Buckelwale haben sich auf ihrem Weg in die Antarktis in einen australischen Fluss verirrt. Die Meeressäuger wurden seit einigen Tagen im East Alligator River, in dem es tatsächlich Krokodile gibt, im Kakadu-Nationalpark im Norden Australiens gesichtet, wie die Nationalparkverwaltung mitteilte. Zwei Wale haben demnach offenbar schon wieder den Rückweg ins Meer gefunden.

Mindestens ein Wal wurde am Samstag aber noch 20 Kilometer oberhalb der Flussmündung gesichtet, wie der Nationalpark-Manager Feach Moyle sagte. “Es ist schwer zu sagen, ob es einer oder zwei Wale sind”, sagte Moyle und verwies auf das trübe Wasser.

Sperrzone in Nationalpark eingerichtet

Vor der Küste des Northern Territory im Norden Australiens werden zwar manchmal Wale gesichtet, in einen der tropischen Flüsse des Nationalparks haben sie sich nach Angaben der Nationalparkverwaltung aber noch nie verirrt. Die Wale seien auf ihrem Weg nach Süden vermutlich “falsch abgebogen”, sagte Moyle.

In dem Nationalpark wurde eine Sperrzone eingerichtet, um Ausflügler in Booten zu schützen. “Das Letzte, was wir wollen, ist ein Zusammenstoß zwischen einem Boot und einem Wal in Gewässern, in denen Krokodile vorkommen und die Sicht unter Wasser gleich null ist”, erklärte die Nationalverwaltung.

Buckelwale können 16 Meter lang und 30 Tonnen schwer werden. Die Krokodile im East Alligator River sind für sie daher keine Gefahr. “Selbst ein großes Krokodil würde sich nicht mit ihnen anlegen”, sagte Moyle.

Erst Anfang August war es vor der australischen Küste zu einem Zwischenfall mit einem Buckelwal gekommen. Zwei Menschen wurden beim Schnorcheln von dem Tier angegriffen, weil dieses offenbar sein Kalb schützen wollte. Der Vorfall ereignete sich am Ningaloo Reef im Nordwesten des Landes. Eine 29 Jahre alte Frau musste mit mehreren gebrochenen Rippen in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

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