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Bafin ermittelt gegen MDax-Konzern Grenke




Betriebsgelände von Grenke in Baden-Baden


Betriebsgelände von Grenke in Baden-Baden


Foto: Uli Deck / dpa

Die Finanzaufsicht Bafin will die Vorgänge bei der Leasingfirma Grenke prüfen. Die Behörde erklärte, sie untersuche die in einem Report des Investors Fraser Perring erhobenen Vorwürfe des Marktmissbrauchs. Sie analysiere mögliche Marktmanipulationen durch die Grenke AG, etwa durch unrichtige Informationen zu Bilanzierungssachverhalten. Zudem untersuche sie, ob es mögliche Manipulationen durch Dritte in Form einer Leerverkaufsattacke gegeben habe. Außerdem werde mutmaßlicher Insiderhandel vor dem Erscheinen des Berichts von Perring geprüft.

Der britische Investor hatte zuvor in einem 64-seitigen Report Vorwürfe gegen die Leasingfirma Grenke erhoben und mit geliehenen Aktien auf einen Kurssturz gewettet. Das erklärte er selbst in dem veröffentlichten Dokument, das seine Firma Viceroy Research verfasst hat.

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Nach Informationen des SPIEGEL hatte Perring seine Kritik Anfang August bei der Bafin schriftlich hinterlegt und die Behörde aufgefordert, bei Grenke zu ermitteln. Der Investor behauptet, beide Briefe per Post an die Bafin geschickt zu haben, eine Antwort habe er bisher nicht erhalten. Die Bonner Behörde erklärte, sie habe bisher kein Schreiben oder eine E-Mail von Perring erhalten.

Leerverkaufsattacke sorgt für Kurssturz

Konkret wirft Viceroy Research dem Anbieter von Leasing und anderen Finanzdienstleistungen vor, die Bilanz aufgebläht und zu hohe Gewinne und Kassenbestände ausgewiesen zu haben. Grenke habe Unternehmen überteuert von verbundenen Firmen gekauft. Der Konzern setze für zugekaufte Firmen in der Bilanz zu hohe Werte an und halte somit Gewinne künstlich hoch.

Der Konzern, an dem die Familie Grenke substanziell beteiligt ist, weist gegenüber dem SPIEGEL die Vorwürfe zurück. Weder habe Grenke gegen Bilanzierungsvorschriften oder -grundsätze verstoßen noch verbundene Firmen gekauft, zu viel für Firmen bezahlt oder sich bereichert. 

Die Aktien des im MDax gelisteten Unternehmens brachen an diesem Dienstag um fast 20 Prozent auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren ein. Der Börsenwert der Firma reduzierte sich um mehr als 700 Millionen Euro.

Leerverkäufe sind an der Börse ein gängiges Mittel. Experten halten sie sogar für ein wichtiges Instrument, damit die Aktienmärkte besser funktionieren. Bei dieser Art des Handels verkaufen Investoren Wertpapiere, die sie sich zuvor gegen eine Gebühr von anderen Marktteilnehmern geliehen haben. Sinkt der Aktienkurs bis zum Rückgabedatum, können sie sich am Markt billiger mit den Titeln eindecken und streichen die Differenz ein. Steigt der Kurs, droht den Leerverkäufern ein Verlust.

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