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Baschar al-Assad: Mächtiger Onkel Mohammed Makhlouf gestorben

Jahrzehntelang war Mohammed Makhlouf einer der wichtigsten Vertreter der Machtelite in Syrien, mit engsten Verbindungen zur Herrscherfamilie Assad. Nun ist der Onkel von Machthaber Baschar al-Assad im Alter von 88-Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn Rami Makhlouf auf Facebook. Er werde unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen ohne Trauergäste beigesetzt.

Makhlouf war offenbar selbst Ende August in Verbindung mit einer Sars-Cov-2-Infektion in das Unviversitätskrankenhaus in Damaskus gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Dort habe sich sein Zustand verschlechtert. Eine offizielle Bestätigung für eine Covid-19-Erkrankung gibt es nicht.

Syriens Gesundheitsministerium hat bisher mehr als 3400 Corona-Fälle und 150 Tote gemeldet. Hilfsorganisationen und Beobachter gehen aber davon aus, dass die tatsächliche Zahl im Bürgerkriegsland weit höher liegt.

Verbündete Familien

Die Familien Assad und Makhlouf bilden den Kern des syrischen Systems: Die Makhloufs sind eine der mächtigsten alawitischen Familien im Land, die Herrschaft der Familie Assad stützt sich seit fünf Jahrzehnten auf diese religiöse Minderheit – obwohl vor dem Krieg rund drei Viertel der Bevölkerung Sunniten waren. Die Familien mögen sich zwar nicht besonders, sind seit der Heirat von Baschar al-Assads Vater und Dynastiegründer Hafez al-Assad mit Anisa Makhlouf 1958 aber miteinander verbündet. Seitdem haben die Assad- und Makhlouf-Söhne führende Positionen im Militär und Geheimdienst übernommen – und in der Wirtschaft.

So war auch Anisas Bruder Mohammed Makhlouf eng mit der Herrscherfamilie verbunden. Sein Aufstieg begann unter Assads Vater, um dessen Finanzen er sich kümmerte. Dabei gelang es Makhlouf selbst, ein riesiges Vermögen anzuhäufen. Die US-Botschaft in Damaskus bezeichnete ihn einst als “Gehirn” der Korruption in Syrien.

Erbitterte Fehde um Macht und Geld

Auch Mohammed Makhloufs Sohn Rami, ein berühmt-berüchtigter Geschäftsmann, galt lange als treuer Unterstützer des jetzigen Machthabers Assad. Seit Monaten allerdings herrscht zwischen der jüngeren Generation der beiden mächtigen Sippen ein erbitterter Kampf um Geld und Macht.

Vordergründig geht es um einen Rechtsstreit: Die syrische Telekommunikationsbehörde verlangt von dem Mobilfunkanbieter Syriatel, dessen Haupteigner Rsami Makhlouf ist, die Zahlung von umgerechnet mehr als 120 Millionen Euro. Auf Facebook beklagte sich der Assad-Cousin öffentlich bitterlich und wehrte sich gegen Vorwürfe, ein korrupter Steuersünder zu sein. Gleichzeitig beklagt er, dass der Staat von seinem Mobilfunkanbieter Syriatel viel zu hohen Summen verlange.

Der Streit spitzte sich daraufhin Ende Mai zu. Damals fror die Regierung zunächst Rami Makhloufs Vermögen ein und verhängte später eine Reisesperre gegen den Unternehmer.

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