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Befragung durch den US-Senat: Trumps Richterkandidatin weicht Frage zum Klimawandel aus


Befragung durch den US-Senat
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Trumps Richterkandidatin weicht Frage zum Klimawandel aus



Amy Coney Barrett soll nach dem Willen Donald Trumps neue Richterin am obersten US-Gerichtshof werden.
Foto: dpa/Jonathan Ernst

Washington Bei ihrer Befragung durch den Justizausschuss des US-Senats hat sich Donald Trumps Richterkandidatin für die Besetzung des vakanten Postens am Supreme Court geweigert, den Klimawandel anzuerkennen. Sie sei keine Wissenschaftlerin, sagte sie.

Die Supreme-Court-Kandidatin Amy Coney Barrett hat es abgelehnt, wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel eindeutig anzuerkennen. Sie könne sich zum Thema nicht äußern, weil es sich um eine sehr umstrittene ordnungspolitische Angelegenheit handele, sagte Barrett am Mittwoch, dem dritten und letzten Tag ihrer Befragung durch den Justizausschuss des US-Senats. Ihr fehle die Expertise, sagte sie.

Ihre Äußerung fiel bei einer Serie von Fragen, die die demokratische Senatorin und Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris stellte. Diese wollte von Barrett auch wissen, ob sie denn glaube, dass das Coronavirus ansteckend sei oder Rauchen Krebs auslöse – und ob „der Klimawandel vor sich geht und die Luft, die wir atmen, bedroht und das Wasser, das wir trinken.“

Die Bundesrichterin entgegnete, dass sie das Coronavirus durchaus für ansteckend halte und Rauchen für krebserregend. Zum Klimawandel wolle sie sich aber nicht äußern. Sie habe zwar darüber gelesen, doch „ich bin sicherlich keine Wissenschaftlerin“, sagte Barrett und wiederholte damit einen häufig von konservativen Republikanern geäußerten Satz zu dem Thema.

Forschern zufolge wird der Klimawandel vom Menschen durch Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht und verschlimmert sich dramatisch. Klimaexperten, auch in der Regierung von Präsident Donald Trump, sagen, durch den Klimawandel gebe es mehr heftige Waldbrände, Hurrikans und andere Naturkatastrophen.

Das Anerkennen und der Umgang mit dem Klimawandel sind insbesondere in den USA politisch aufgeladenen Themen. Trump, der die Kohle-, Öl- und Gasindustrie fördert, stellt den menschengemachten Klimawandel regelmäßig in Frage und macht sich über die Wissenschaft lustig. Sein demokratischer Rivale bei der Präsidentschaftswahl, Joe Biden, dagegen hat einen ambitionierten, zwei Billionen Dollar umfassenden Plan, fossilen Brennstoffen langsam den Rücken zu kehren, um den Klimawandel zu verlangsamen.

Die Regierung von Trump hat Bemühungen von Ex-Präsident Barack Obama rückgängig gemacht, Emissionen durch Autos, Lastwagen und Kraftwerke zu reduzieren. Viele dieser Änderungen dürften vor dem Supreme Court und möglicherweise vor Barrett landen.