Spiegel

Bilder der Woche KW42/2020: Habseligkeiten





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Retten, was noch zu retten ist: Ein Mann trägt einen Goldfisch aus den Trümmern seines durch Artilleriebeschuss zerstörten Wohnhauses in Stepanakert, der Hauptstadt der umkämpften Region Bergkarabach. Die von Russland vermittelte Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan ist brüchig, schon wenige Minuten nach der Bekanntgabe der Feuerpause wurde weitergekämpft. Für viele Menschen auf der Welt war die Corona-Krise ein markanter Einschnitt in ihrem Leben. Eine Ahnung davon, wie viel drastischer es sein muss, wenn man aufwacht und auf einmal Krieg ist, gibt dieser Text, der sich mit der Perspektive junger Menschen in beiden Ländern auf den Konflikt beschäftigt.

Foto: AP / dpa





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Wenn die Normalität kollabiert, arrangiert sich der Mensch auch mit Umständen, die vorher außerhalb seiner Vorstellungskraft lagen. Und wenn das eigene Leben in der Heimat in Gefahr ist, steht man vor der elementaren Frage: Gehen oder bleiben? Dieser Mann in Stepanakert hat sich vorerst entschieden, zu bleiben – und hängt gerade seine Wäsche auf. Auf dem demolierten Nebenbalkon liegen die Überreste eines Artilleriegeschosses.

Foto: AP





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Plötzlich Flüchtling: Was bleibt vom alten Leben, wenn man sich gezwungen sieht, sein Zuhause zu verlassen, und fast alles zurücklassen muss, was einem vorher lieb und teuer war? Eine Familie in der Stadt Terter hat ihre Habseligkeiten gepackt und verlässt ihre Wohnung, um sich in Sicherheit zu bringen.

Foto: BULENT KILIC / AFP





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Wenn man nur wenig Zeit und Platz hat, muss man sich entscheiden, was wirklich wichtig ist: Für Iman Abisiv ist es die Erinnerung an geliebte Menschen. Auch er verlässt seine Heimatstadt Terter, auf dem obersten Bilderrahmen unter seinem Arm ist eine Frau und ein Trauerband zu erkennen.

Foto: UMIT BEKTAS / REUTERS





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Demonstranten in Jakarta werfen ein Fahrrad in eine brennende U-Bahn-Station. In Indonesien protestieren in vielen Landesteilen Menschen gegen ein neues Gesetzesvorhaben der Regierung zur Belebung der von der Corona-Pandemie angeschlagenen Wirtschaft. Kritiker bemängeln insbesondere massive Einschnitte bei Arbeitnehmerrechten und Deregulierungen zulasten der Umwelt.

Foto: Achmad Ibrahim / AP





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In Israel gehen die Proteste gegen die Regierung Netanyahu unvermindert weiter: Seit Monaten demonstrierten Gegner des Ministerpräsidenten, der sich bald wegen Korruptionsvorwürfen vor Gericht verantworten muss, vor seinem Wohnsitz in Jerusalem. Wegen der hohen Covid-19-Fallzahlen hat die Regierung jüngst weitere Auflagen erlassen und dabei auch das Demonstrationsrecht eingeschränkt. Die Demonstranten sehen darin auch einen Versuch, die Proteste zu ersticken. Im Foto: Mitglieder der Gruppe “Pink Front” in Tel Aviv.

Foto: Sebastian Scheiner / AP





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Schüler einer Grundschule in Kibera, einem der ärmsten Stadtteile von Kenias Hauptstadt Nairobi, spielen und freuen sich offenbar über die Möglichkeit, wieder zur Schule gehen zu können. In Kenia waren sämtliche Bildungseinrichtungen seit März wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Nun wurden die Schulen für einige Jahrgänge wieder geöffnet und die Regierung erwägt eine vollständige Rückkehr zum normalen Schulbetrieb, um die sozialen Folgeprobleme der Maßnahme für die 17 Millionen Schulkinder Kenias in den Griff zu bekommen. Experten sprechen von einer signifikanten Zunahme von Gewalt gegen Kinder, Kinderarbeit, Kinderehen und Schwangerschaften Minderjähriger in den vergangenen Monaten.

Foto: Brian Inganga / AP





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Zwei Tage später in Kibera: Bewohner formen eine Menschenkette, um einen Brand mit Wassereimern und Kanistern zu löschen. Obwohl das Feuer frühzeitig bemerkt wurde, konnte die Feuerwehr den Ort des Geschehens aufgrund mangelnder Zufahrtsstraßen nicht erreichen. 50 Familien wurden durch das Feuer obdachlos.

Foto: GORDWIN ODHIAMBO / AFP





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Nahe eines Flüchtlingscamps in der Provinz Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo steht ein Mann auf einem Berg, um besseren Radio-Empfang zu bekommen und die Nachrichten verfolgen zu können. Mehr als 5,5 Millionen Einwohner sind innerhalb des Landes auf der Flucht vor der Gewalt verschiedener Milizen. Es handelt sich um eine der größten Flüchtlingsgruppen der Welt und die größte in Afrika. Seit 20 Jahren versucht die Blauhelmmission MONUSCO vergeblich, die Gewalt zu stoppen, zuletzt waren 20.000 Soldaten und Mitarbeiter der Mission im Einsatz. Doch die Finanzierung stockt. Das UNHCR benötigt in diesem Jahr laut eigenen Angaben 168 Millionen Dollar zur Fortsetzung der Mission, hat aber erst etwas mehr als die Hälfte überwiesen bekommen.

Foto: ALEXIS HUGUET / AFP





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Der Pool steht noch, sonst ist nicht mehr viel zu sehen von den Gebäuden, die sich hier vorher befanden. In der Kleinstadt Cameron, Louisiana, wie auch in den benachbarten Bundesstaaten Texas und Mississippi, hat Hurrikan Delta schwere Schäden hinterlassen, nur sechs Wochen nachdem bereits Hurrikan Laura über die Region hinweggezogen war. Wie an vielen Ortschaften an der Südostküste der Vereinigten Staaten, die in den vergangenen 20 Jahren zunehmend von Wirbelstürmen betroffen waren, verlassen mehr und mehr Menschen die Gegend. Der Verwaltungsbezirk Cameron Parish hatte vor Hurrikan Rita 2005 noch 9800 Einwohner, im Jahr 2010 waren es nur noch 6800.

Foto: TANNEN MAURY/EPA-EFE/Shutterstock





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Ein Militärhubschrauber rettet einen Seemann von einem untergegangenen Schiff im Hafen von Cua Viet, Vietnam. Heftige Stürme und Regenfälle haben in Vietnam mindestens 23 Menschen das Leben gekostet, mindestens 100.000 Häuser wurden überflutet. Aufgrund seiner langgestreckten Küstenlinie kommt es in Vietnam immer wieder zu schweren Sturmschäden infolge tropischer Tiefdruckgebiete.

Foto: CAU / VNA / REUTERS





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Im Alter von 35 Jahren hat LeBron James die Los Angeles Lakers zum Sieg im sechsten Spiel der diesjährigen NBA-Finals gegen Miami geführt und seiner Mannschaft so den Meistertitel gesichert. Für James war es seine vierte Meisterschaft, er gewann den Titel bereits mit Miami Heat und den Cleveland Cavaliers. Seine außergewöhnlichen Leistungen im fortgeschrittenen Athletenalter verdankt der Superstar nicht nur seinem Talent und einer außergewöhnlichen Physis, sondern möglicherweise auch einer Reihe kluger Maßnahmen zum Erhalt seiner Gesundheit.

Foto: Kim Klement / USA TODAY Sports REUTERS





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Corey Allan von den South Sydney Rabbitohs wird von gegnerischen Spielern der Parramatta Eels in die Mangel genommen. In der K.O.-Runde der National Rugby League in Australien gewannen die Rabbitohs mit 38:24 und sicherten sich damit die Teilnahme am Preliminary Final gegen die Penrith Panthers, in dem sich entscheidet, wer ins Finalspiel um die Meisterschaft einzieht.

Foto: Matt King / Getty Images





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Michael Brantley von den Houston Astros sprintet auf dem Weg zur zweiten Base während des ersten Spiels in der American League Championship Series gegen die Tampa Bay Rays. Houston verlor am Ende mit 1:2.

Foto: Gregory Bull / AP





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Ein Paar sitzt in einem Restaurant in Bangkok unter einer Wandmalerei mit Porträts des ehemaligen, vor vier Jahren gestorbenen, Königs von Thailand, Bhumibol Adulyadej. Die gelben T-Shirts der beiden weisen sie als Anhänger der Monarchie aus. Die friedliche Atmosphäre trügt, tatsächlich wird Thailand von einer Welle von Protesten erschüttert: Eine wachsende Demokratiebewegung fordert seit Monaten den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie.

Foto: MLADEN ANTONOV / AFP





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Vergangene Woche eskalierten die Proteste, nachdem sich Tausende pro-demokratische Demonstranten vor dem Regierungsgebäude versammelt hatten. Es kam zu Handgemengen mit royalistischen Gegendemonstranten und zahlreichen Festnahmen.

Foto: Rapeephat Sitichailapa / AP





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Mehr als 14.000 Polizisten waren im Einsatz, um der Lage im Zentrum Bangkoks Herr zu werden und schließlich ein Notfalldekret der Regierung durchzusetzen, wonach Versammlungen von fünf und mehr Personen in der Hauptstadt generell untersagt sind. Das Dekret umfasst auch die Zensur von Nachrichten. Die Machthaber sind nervös: Anders als der verstorbene Monarch, ist sein Sohn und Nachfolger, Maha Vajiralongkorn, der die vergangenen Monate in Bayern gelebt hat, im Volk wenig beliebt.

Foto: 

AFP





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Auch in Hongkong, das die Proteste in Bangkok inspiriert hat, ist die Demokratiebewegung massiv unter Druck: Seit der Verabschiedung des umstrittenen Sicherheitsgesetzes, mit dem China drakonische Strafen auf Akte der Subversion verhängen kann, sind zahlreiche Akteure der Bewegung nach Taiwan geflüchtet. Auf dem Foto sind Aktivisten mit Laserpointern auf dem Löwenfelsen zu sehen. Sie fordern die Freilassung von zwölf anderen Aktivisten, die von der chinesischen Küstenwache bei der Flucht festgesetzt wurden.

Foto: AP/ dpa





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Dunkle Regenwolken über Barcelona: Die Regionalverwaltung Kataloniens versucht derzeit wegen der enorm hohen Corona-Fallzahlen mit einem Bündel an Maßnahmen, einen totalen Lockdown zu verhindern. So sollen Bars und Restaurants zunächst für 14 Tage schließen, außerdem werden die Besucherzahlen in Einkaufzentren und bei kulturellen Veranstaltungen stark limitiert.

Foto: Matthias Oesterle / imago images / ZUMA Wire





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Salzabbau auf einem künstlichen Verdunstungsteich unweit des großen Salzsees in Utah: Der größte Salzsee der westlichen Hemisphäre schrumpft. Seit der Ankunft der ersten Pioniere im Jahr 1847 hat der See 50 Prozent seines Volumens verloren. Die anhaltende Dürre der vergangenen Jahre bedroht nicht nur die lokale, milliardenschwere Salz- und Mineralienindustrie, sondern auch ein einzigartiges Ökosystem.

Foto: JIM LO SCALZO/EPA-EFE/Shutterstock





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Das Wasser im Nordteil des Sees weist aufgrund salzliebender Bakterien eine rötliche Färbung auf.

Foto: Julio Cortez / dpa





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Herbst-Impression: Die Luftaufnahme zeigt Dorfbewohner beim Trocknen von Bambus-Holz in Chinas Jiangxi-Provinz.

Foto: VCG / Getty Images