Spiegel

Black Lives Matter: Bewaffnetes Ehepaar will mit Demonstranten solidarisch sein

black-lives-matter:-bewaffnetes-ehepaar-will-mit-demonstranten-solidarisch-sein

Ein US-amerikanische Paar, das von seinem Grundstück in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri mit Schusswaffen auf “Black Lives Matter“-Demonstranten zielte, hat sich über seinen Anwalt mit den Aktivisten solidarisch erklärt.

“Das Wichtigste für die beiden ist, dass dieses Bild (mit den Waffen) nicht von Leuten vereinnahmt wird, die gegen die ‘Black Lives Matter’-Botschaft sind”, teilte Anwalt Albert Watkins der Nachrichtenagentur Associated Press mit. Seine Mandanten seien vielmehr seit Langem Unterstützer der Bürgerrechtsbewegung und befürworteten die “Black Lives Matter”-Bewegung.

Die Bilder indes sprachen am Sonntag eine andere Sprache: Während Demonstranten, die durch ein offenes oder aufgebrochenes Eisentor auf eine Privatstraße neben dem Luxusanwesen des Paares gelangt waren, dort vorbeiliefen, richteten Patricia und Mark McCloskey eine Handfeuerwaffe und eine Art Sturmgewehr auf die Aktivisten.

In einer ersten Reaktion hatte das Paar erklärt, es habe sich gegen einen “wütenden Mob” wehren müssen. Sie hätten bei dem Zwischenfall am frühen Sonntagabend um ihr Leben gefürchtet. Außerdem gebe es kein Recht auf Protest auf privaten Straßen.

Die Polizei von St. Louis teilte zunächst mit, es werde nicht gegen die McCloskeys ermittelt. Vielmehr untersuche man die verbalen Angriffe gegen das weiße Paar und gehe dem Verdacht des unerlaubten Betretens von Privatgrund durch die Aktivisten nach.

“Androhung tödlicher Gewalt wird nicht toleriert”

Kimberly Gardner, Staatsanwältin in der Stadt St. Louis, erklärte hingegen, sie sei alarmiert von den Bildern. “Wir müssen das Recht auf friedlichen Protest schützen, und jeder Versuch, diesen durch Einschüchterung oder der Androhung tödlicher Gewalt zu unterdrücken, wird nicht toleriert”, teilte sie in einem Statement am Montag mit.

Die Demonstranten waren nicht auf dem Weg zu Familie McCloskey, vielmehr wollten sie sich vor dem Haus der Bürgermeisterin Lyda Krewson sammeln. Die hatte in einem Facebook-Broadcast die Namen von Bürgern verlesen, die eine Petition für die Kürzung des Polizeietats unterschrieben hatten.

Krewson argumentierte anschließend, bei den Namen handle es sich um öffentlich zugängliche Informationen. Nachdem sie dafür kritisiert worden war, wurde das Video mittlerweile gelöscht.

Icon: Der Spiegel