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Clemens Tönnies tritt beim FC Schalke 04 von allen Ämtern zurück

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Fleischproduzent

Mit dem Covid-19-Ausbruch in seinem Schlachtbetrieb wurde die Kritik an Schalkes Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies immer lauter. Nun ist er zurückgetreten, der Klub steht vor einer Zäsur.




Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies


Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies

Bernd Thissen/DPA

Clemens Tönnies tritt von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 zurück. Der 64-Jährige war nach Corona-Fällen in seinem Fleisch-Unternehmen zuletzt massiv in die Kritik geraten. Zuerst hatte die “Bild-“Zeitung über den Abgang des Funktionärs berichtet. Inzwischen hat der Verein den Rücktritt bestätigt.

Tönnies war 26 Jahre Mitglied im Schalker Aufsichtsrat – seit 2001 führte er den Klub als Vorsitzender.

Die Schalker Ultra-Bewegung hatte zuletzt nochmals intensiv den Abschied des milliardenschweren Fleischfabrikanten gefordert, der sich im vergangenen August in einer Rede rassistisch geäußert hatte. Nach dem Rassismus-Vorfall hatte Tönnies sein Amt für drei Monate niedergelegt, anschließend kehrte er zurück. Nun geriet er aber erneut in den Mittelpunkt: In Tönnies’ Zerlegebetrieb in Rheda-Wiedenbrück hatte es zuletzt einen großen Corona-Ausbruch mit mehr als 1500 Fällen gegeben.

Schalke hoch verschuldet

Tönnies sitzt neben seinem Aufsichtsratsmandat auch im Schalker Wirtschaftsausschuss und im Eilausschuss für sportliche Entscheidungen. All diese Ämter gibt Tönnies nun ab.

“Als Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats hat Clemens Tönnies ganz entscheidenden Anteil daran, dass sich der FC Schalke 04 in den vergangenen 26 Jahren als eines der sportlichen und wirtschaftlichen Schwergewichte in der Bundesliga etabliert hat. Wir wissen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen ist, daher gebührt ihr unser höchster Respekt”, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vorstände Alexander Jobst und Jochen Schneider.

Schalke steht vor schweren Monaten, der Klub ist hoch verschuldet. Die Verbindlichkeiten des Vereins waren schon vor der Covid-19-Pandemie auf 197 Millionen Euro angewachsen.

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