Spiegel

Continental, ZF Friedrichshafen, Schaeffler: Wer überlebt den Verbrennungsmotor?

Im Regal von Wolf-Henning Scheider steht ein Buch, das mit einem Wort beschreibt, worum es gerade geht, für ihn, sein Unternehmen, ja für die ganze deutsche Autoindustrie: “Titelverteidiger” heißt das Werk. “Wie die deutsche Industrie ihre Spitzenposition auch im digitalen Zeitalter sichert”.

Alte Größe soll zu neuer werden, das ist Scheiders Anspruch. Schließlich hat ZF Friedrichshafen, Deutschlands drittgrößter Autozulieferer nach Bosch und Continental, in seiner Geschichte schon einmal gezeigt, wie man das macht: Innovation, Disruption, Neuanfang.

ZF steht für Zahnradfabrik. Das Unternehmen am Bodensee, gegründet 1915 und bis heute im Besitz einer städtischen Stiftung, lieferte anfangs vor allem Getriebe für Zeppeline, die ja auch mal als Zukunftstechnologie galten. Doch der Boom der Luftschiffe währte nur kurz. ZF musste sich quasi über Nacht einen neuen Schwerpunkt suchen, sich auf einem anderen Markt beweisen, der Autoindustrie. Mehr als 80 Jahre ist das her.

Scheider, seit Anfang 2018 Chef von ZF Friedrichshafen und Herr über 36 Milliarden Euro Umsatz, ist ein unaufgeregter Mann. Eher kühler Analytiker als Heißsporn. Mehr Technikfreak als Verkäufer. Aber in der aktuellen Lage wählt auch er drastische Worte. Die Krise sei “dramatischer als alles, was unsere Generation bisher erlebt hat”, sagt er.