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Corona in Bayern und NRW: Markus Söder oder Armin Laschet – wessen Strategie ist erfolgreicher?

Markus Söder spricht gern in Fußballmetaphern: Champions League, Spitzenplatz, Riesenchance. Auch am Mittwochabend, nach dem Konferenzmarathon der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin, bleibt der bayerische Landeschef verbal auf dem Platz. “Das Team Umsicht und Vorsicht, das hat sich am Ende durchgesetzt”, sagt Söder auf der Pressekonferenz. Keine Frage, bei welcher Mannschaft er sich sieht, bei den Siegern natürlich. Wer zum anderen Team gehört, lässt er offen.

Dann beschreibt Söder, wie die Coronakrise nun zu meistern sei. Wie in Bayern. “Wir haben dem Coronavirus ja schon sehr erfolgreich getrotzt”, sagt Söder: “Ich darf das sagen, weil wir am stärksten betroffen waren.” Spitzenplatz auch hier, Champions League für Söder.

Armin Laschet sitzt an diesem Abend nicht neben der Kanzlerin, das bleibt Söder vorbehalten, dem bisherigen Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz und jetzigen Vize. Laschet macht lieber hinter den Kulissen Politik. Sein Thema, wie schon seit Monaten: die Verhältnismäßigkeit. Er schimpft über das Beherbergungsverbot, das touristische Reisen aus deutschen Risikogebieten in andere Bundesländer untersagt. Es sei infektiologisch eher nutzlos und verärgere nur diejenigen, die der Politik bislang wohlgesinnt waren. Es ist Laschets Mantra: “Den Blick nur auf die Infektionszahlen zu verengen bringt nicht viel. Wir müssen ganzheitlicher auf die Pandemie und ihre Folgen schauen.”