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Corona-Maßnahmen: Jugendforscher Klaus Hurrelmann über Generationenkonflikt

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SPIEGEL: Herr Hurrelmann, Sie erforschen seit Jahrzehnten, was in den Köpfen junger Menschen vor sich geht. Inwieweit haben sich die Haltungen und das Verhalten Jugendlicher durch die Corona-Erfahrung seit den Ergebnissen der letzten Shell-Jugendstudie vom Herbst 2019 verändert?

Hurrelmann: In mehr als sechs Jahrzehnten Shell-Studie hat es immer auch Krisen gegeben, zuletzt 2008 die Finanzkrise. Aus unseren Erfahrungen damit können wir einiges ableiten. Ganz generell gesagt bleiben die Muster und Einstellungen, die wir 2019 gefunden haben, bestehen. Möglicherweise verstärken sie sich sogar durch die Coronakrise entlang der Achse Bildungsstand und sozialer Stellung.

SPIEGEL: Was meinen Sie damit?

Hurrelmann: Diejenigen, die einen guten Bildungshintergrund haben, die aus stabilen Elternhäusern kommen, werden ziemlich unbeeinträchtigt mit der jetzigen Krise umgehen.

SPIEGEL: In der Shell-Studie hieß es unter anderem, die Ansprüche der Jugendlichen an eine nachhaltige Gestaltung von Umwelt und Gesellschaft seien deutlich und vernehmbar. Was heißt das unter den jetzigen Umständen?