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Corona-News am 13. September: Alle Entwicklungen zu Covid 19 und Sars-CoV-2 im Überblick




Hendrik Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn


Hendrik Streeck ist Direktor des Instituts für Virologie an der Uniklinik in Bonn


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Federico Gambarini/ dpa


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Pauschalreisen werden im kommenden Jahr günstig sein

07:00 Uhr Pauschalurlauber können nach dem Corona-Krisenjahr auf günstige Preise 2021 hoffen. “Reisen an sich wird 2021 günstig sein”, sagte Ingo Burmester, Zentraleuropa-Chef von DER Touristik. Der Preis für Pauschalreisen werde zu 80 Prozent von den Kosten für Flug und Hotel bestimmt. Vor allem in Destinationen, die nicht so gefragt seien, dürften die Kosten sinken. “Das werden wir an unsere Kunden weitergeben.”

Branchenprimus Tui spricht von “attraktiven” Preisen. “Die Erfahrung dieses Sommers zeigt, dass das Geschäft kurzfristiger geworden ist. Da aber für den Sommer 2021 vor allem viele Flugkapazitäten reaktiviert werden können, wird genug Angebot zur Verfügung stehen, und das zu attraktiven Preisen.” Bei Schauinsland-Reisen bleiben die Preise stabil, wie der Leiter Touristik, Andreas Rüttgers, sagte. Durch Sonderaktionen werde es meist sogar günstiger. FTI-Group-Geschäftsführer Ralph Schiller sieht “sehr stabile” Preise.

Die Folgen der Corona-Pandemie haben die Branche in eine tiefe Krise gestürzt. Das Neugeschäft brach ein, bereits gebuchte Pauschal-Trips wurden wegen Reisewarnungen abgesagt. Anzahlungen der Kunden mussten zurückgezahlt werden, sofern Urlauber nicht umbuchten oder Gutscheine akzeptierten.

Gleichzeitig hat der Deutsche Reiseverband die neuen Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer als ein faktisches Berufsverbot für die Branche kritisiert. “Die Bundesregierung unterbindet faktisch die Berufsausübung von Reisebüros und Reiseveranstaltern”, sagte Verbandspräsident Norbert Fiebig der “Bild am Sonntag”.

Bundestag bei Corona-Impfstrategie einbeziehen

05:30 Uhr Bei Festlegungen für die Verteilung eines möglichen Corona-Impfstoffes sollte aus Sicht von Patientenschützern der Bundestag einbezogen werden. Es sei klar, dass ein Impfstoff nicht sofort für alle zur Verfügung stehen werde, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. “Also bedarf es einer Priorisierung, die nicht allein Beamten oder Wissenschaftlern überlassen werden darf.”

Um Transparenz und Verteilungsgerechtigkeit zu schaffen, solle der Bundestag ethische Leitlinien festlegen. “Nur die Abgeordneten verfügen hier über die demokratische Legitimation.” Das Parlament sollte dafür sorgen, dass Pflegebedürftige, ihre Angehörigen sowie pflegerisches und medizinisches Personal eine Priorität erhielten.

948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

05:15 Uhr Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig – an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 259.428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231 400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bobic rechnet mit hohem Umsatz-Minus wegen Corona 

03:30 Uhr Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt rechnet wegen der Corona-Krise mit einem Minus von “50 bis 75 Millionen im Umsatz”. Das sagte Sportvorstand Fredi Bobic der “Bild am Sonntag”. Dies sei zudem ohne Transferausgaben “noch konservativ gerechnet”, führte der frühere Nationalspieler aus. “Ja, das ist schon brutal und reißt ein Loch. Zum Glück haben wir in den letzten vier Jahren, die super für uns gelaufen sind, Eigenkapital und Liquidität aufgebaut.”

Virologe Streeck plädiert für Strategiewechsel in Corona-Politik

02:24 Uhr Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat im Umgang mit dem Coronavirus für einen Strategiewechsel geworben. “Wir dürfen uns bei der Bewertung der Situation nicht allein auf die reinen Infektionszahlen beschränken”, sagte Streeck der “Welt am Sonntag”. Zwar steige die Zahl der positiv getesteten Menschen in Deutschland und Europa signifikant an. “Gleichzeitig sehen wir aber kaum einen Anstieg der Todeszahlen.”

Grundsätzlich sollten laut Streeck Infektionen zwar verhindert werden. Die Zahlen könnten jedoch anders interpretiert werden: “Gesellschaftlich betrachtet sind Infektionen mit keinen Symptomen nicht zwangsweise schlimm. Je mehr Menschen sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind – zumindest für eine kurzen Zeitraum – immun. Sie können zum pandemischen Geschehen nicht mehr beitragen”, sagte Streeck.

Es sei zudem wichtig darauf hinzuweisen, dass niemand – kein Politiker, kein Virologie, kein Epidemiologe – den einen, richtigen Weg im Umgang mit der Pandemie kennt, betonte der Direktor des Institutes für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn. Dennoch könnten wir das Leben nicht pausieren lassen. “Wir können nur ausprobieren – und wir müssen auch Fehler machen dürfen.”



Totengräber im Schutzanzug auf Friedhof in Mexiko (Archivfoto)

Totengräber im Schutzanzug auf Friedhof in Mexiko (Archivfoto)


Foto: Quetzalli Blanco/ dpa

Coronavirus-Todesfälle in Mexiko steigen auf 70.604

02:08 Uhr Mexiko meldete am Samstag 5638 neue bestätigte Fälle von Coronavirusinfektionen und 421 zusätzliche Todesfälle, womit sich die Gesamtzahl laut aktualisierten Daten des Gesundheitsministeriums auf 663.973 Infektionen und 70.604 Todesfälle beläuft.

Umfrage: Bürgern trauen Söder trotz Corona-Pannen Kanzleramt zu

01:58 Uhr Trotz der Pannen bei den Corona-Tests in Bayern halten die meisten Bürger den CSU-Vorsitzenden Markus Söder für die beste Option für das Kanzleramt. 31 Prozent trauen Söder den Posten zu, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die “Bild am Sonntag” ergab. Hingegen halten nur acht Prozent der Befragten – und sogar nur sechs Prozent der Unionsanhänger – NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für kanzlertauglich.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) landete mit 14 Prozent auf Platz zwei, dicht gefolgt von Friedrich Merz (CDU) mit 13 Prozent. Laschet folgt abgeschlagen auf Rang vier. 19 Prozent der Befragten hielten keinen der vier Unionsspitzenpolitiker für geeignet, die Nachfolge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) anzutreten. 16 Prozent machten keine Angabe.

Ab Frühjahr sollen alle sieben TUI-Schiffe wieder fahren 

00.01 Uhr: Der Kreuzfahrtanbieter TUI Cruises will nach dem langsamen Wiederbeginn ab dem Frühjahr wieder Fahrten auf allen Schiffe seiner Flotte anbieten. “Wir hoffen, spätestens im Frühjahr 2021 wieder mit allen sieben Schiffen unterwegs zu sein, mit etwas weniger Auslastung und den passenden Gesundheitskonzepten”, sagte Unternehmenschefin Wybcke Meier der Zeitung “Welt am Sonntag”.

Nach dem Stillstand von Kreuzfahrten wegen der Corona-Pandemie hatte TUI Cruises fast die ganze Flotte in der Nordsee geparkt. Seit Ende Juni dieses Jahres bietet das Unternehmen wieder Reisen in Nord- und Ostsee an. An diesem Wochenende soll ein weiteres Schiff in Griechenland wieder Gäste aufnehmen. TUI betreibt die Schiffe “Mein Schiff” mit den Nummern eins bis sechs und die “Mein Schiff Herz”.

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