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„Heute entscheidet sich, ob Weihnachten in gewohnter Weise stattfinden kann“



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So schützen Sie sich vor dem Coronavirus
Foto: dpa/Arne Dedert

Liveblog Gesundheitsminister Jens Spahn wendet sich mit einem Appell an die Bevölkerung, die Neuinfektionen erreichen einen neuen Rekordwert und Kanzlerin Merkel sieht Deutschland nach dem Corona-Gipfel in einer entscheidenden Phase. Alle Entwicklungen in unserem Liveblog.

  • Gesundheitsminister Jens Spahn wendet sich mit einem eindringliche Appell an die Bevölkerung. Es sei wichtig, dass die Bevölkerung die von der Politik gefassten Beschlüsse mittrage. “Heute entscheidet sich, ob Weihnachten in gewohnter Weise stattfinden kann.” Ziel sei es, eine Situation wie zu Ostern zu vermeiden, in der man von Verwandtschaftsbesuchen habe abraten müssen.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag mit 6.638 so viele Neuinfektionen innerhalb eines Tages wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie.

    Die bis dahin höchste Zahl von Neuinfektionen war nach Angaben des RKI am 2. April mit 6554 Fällen registriert worden. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Deutschland verzeichneten Infektionsfälle stieg demnach auf 341.223, insgesamt starben 9710 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Allerdings sind die jetzigen Werte nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

    Weitere 33 Menschen sind nach Angaben des RKI an oder mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 284.600.

    Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Donnerstag angesichts steigender Corona-Infektionen auf neue Beschränkungen geeinigt.

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nennt die zuletzt deutlich gestiegenen Infektionszahlen in Deutschland “sehr beunruhigend”. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Das Virus sei noch längst nicht besiegt. Die zweite Welle müsse nun in ganz Europa gebrochen werden

  • Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer kritisiert, dass sich Bund und Länder nicht auf eine Aufhebung des Beherbergungsverbots für Urlauber aus deutschen Corona-Risikogebieten geeinigt haben. Das meldet die Deutsche Press-Agentur. Er sprach am Donnerstag von einem „intransparenten“ und im Einzelnen vor Ort kaum umsetzbaren Instrument. Es berge die Gefahr in sich, die notwendige breite Zustimmung der Bevölkerung zu den Maßnahmen massiv zu schwächen.

  • Nicht alle sehen ein, dass es derzeit sinnvoll ist, Maske zu tragen. Die Bundespolizei zählte innerhalb eines Monats mehr als 71.000 Ermahnungen wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht.

  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die neuen Corona-Schnelltests zunächst vordringlich nur zum Schutz besonders gefährdeter Personen, etwa in Alten und Pflegeheimen, einsetzen. “Am Anfang haben wir nicht für alle alles. Wir fangen an vor allem mit dem Gesundheitswesen, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Arztpraxen – in bestimmten Situationen sollen sie prioritär eingesetzt werden”, sagte Spahn am Morgen in der ARD.

  • Auf der Landkarte werden die roten Flecken größer: Nach einer täglichen Statistik zu Corona-Fallzahlen überschreiten immer mehr Kommunen in NRW eine wichtige Warnstufe.

  • Mit über 500 Schildern will die Stadt Düsseldorf auf das Maskengebot aufmerksam machen. Sollte der Sieben-Tage-Wert weiter steigen, könnten sie bald auch auf eine Maskenpflicht hinweisen.

  • Dortmund hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen die wichtige Grenze von 50 gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten.

  • Unerlaubte Partys, illegal geöffnete Läden, Maskenverweigerer: In vielen Fällen greifen die Ordnungsämter selbst durch. Oft kommt aber auch die Polizei dazu. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden Zehntausende Menschen auffällig.

  • Spanien hat als erstes Land der Europäischen Union die Marke von 900.000 Coronavirus-Infektionen überschritten. Seit Beginn der Pandemie seien unter den 45 Millionen Spanierinnen und Spaniern mehr als 908.000 Infektionen registriert worden, teilten die Behörden mit.

    Frankreich mit knapp 67 Millionen Einwohnern registrierte bisher 750.000 Infektionen. In Spanien gab es offiziellen Angaben zufolge mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Gesundheitsexperten vermuten, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, da nicht ausreichend getestet werde.

  • Tourismusverbände und einige Politiker sind enttäuscht über das Fortbestehen der Reiseeinschränkungen in Deutschland.



    „Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können“, sagte Michael Kretschmer (CDU).

  • Der jüngste Sohn von US-Präsident Donald Trump, Barron, war ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert. Der 14-Jährige habe aber keine Krankheitssymptome gehabt und sei inzwischen wieder negativ getestet worden, sagte seine Mutter, First Lady Melania Trump. Auch bei ihr selbst sei inzwischen ein Corona-Test negativ ausgefallen.

  • Portugal hat wegen stark steigender Infektionszahlen den Katastrophenfall ausgerufen. Bisher war das Land relativ gut durch die Krise gekommen. Die Anordnung ermögliche der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Maßnahmen zu durchzusetzen, sagte Regierungschef António Costa.

    In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal fünf Menschen versammeln dürfen, bei privaten Feiern wird die Höchstzahl der Teilnehmer auf 50 reduziert, außerhalb der eigenen Wohnung sollten Masken obligatorisch und bei der Arbeit und in Schulen solle die Corona-Warn-APP „Stay Away“ Vorschrift werden. Das Parlament muss noch zustimmen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg am Mittwoch unter den 10,3 Millionen Portugiesinnen und Portugiesen auf 2072. 2117 Menschen sind mit Covid-19 gestorben.

    Besonders betroffen sind der Norden und der Großraum Lissabon.Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten stieg in einem Monat von gut 300 auf fast 1000.

    Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon.

  • Fassen wir die wichtigsten Aussagen Merkels zusammen:

    Die Kanzlerin hat das Ziel von Bund und Ländern betont, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. Deutschland ist der Kanzlerin zufolge bereits in einer exponentiellen Phase. Merkel betonte am Mittwochabend nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten den Ernst der Lage. Man stehe an einem entscheidenden Punkt. Die Frage sei, ob die Maßnahmen ausreichten oder nicht. Sie appellierte an die Bürger, in dieser „entscheidenden und kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. „Wir können gegen dieses Virus ankämpfen.“ Es komme darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern.

    Die neuen Maßnahmen im Überblick finden Sie hier.

  • Was der Gesundheit dient, dient auch der wirtschaftlichen Entwicklung, erklärt Merkel. Eine zweite Welle wie im Frühjahr könne sich das Land nicht leisten.

  • “In dieser wichtigen Phase der Pandemie ist es wichtig, dass auch alle Bürger mitmachen. Das Einhalten der Regeln ist das A und O.”

  • Merkel kündigt an, dass in zehn Tagen die heute beschlossenen Maßnahmen erneut überprüft werden. Merkel sagt, dass sie mit der Entscheidung bezüglich der Beherbergungsregeln nicht zufrieden ist. Nach den Herbstferien soll hier erneut verhandelt werden.

  • Merkel gibt einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage. Sie betont erneut, dass die Lage im Herbst bei schlechtem Wetter automatisch schlechter wird. Man müsse nun verhindern, dass es zu einem unkontrollierten Anstieg der Zahlen kommt.

  • Jetzt stellt die Kanzlerin der Ergebnisse vor. “Wir sind in einer Phase, die ernst ist”, sagt Merkel.

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