Corona-Newsblog
:
Höchster Wert seit April – RKI meldet 6638 Neuinfektionen in Deutschland an einem Tag



Infos
So schützen Sie sich vor dem Coronavirus
Foto: dpa/Arne Dedert

Liveblog Die Neuinfektionen erreichen einen neuen Rekordwert. Kanzlerin Merkel sieht Deutschland nach dem Corona-Gipfel in einer entscheidenden Phase. Eine Welle wie im Frühjahr könne sich das Land nicht leisten. Alle Entwicklungen in unserem Liveblog.

  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstag mit 6.638 so viele Neuinfektionen innerhalb eines Tages wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie.

    Die bis dahin höchste Zahl von Neuinfektionen war nach Angaben des RKI am 2. April mit 6554 Fällen registriert worden. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Deutschland verzeichneten Infektionsfälle stieg demnach auf 341.223, insgesamt starben 9710 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Allerdings sind die jetzigen Werte nur bedingt mit denen aus dem Frühjahr vergleichbar, weil mittlerweile wesentlich mehr getestet wird – und damit auch mehr Infektionen entdeckt werden.

    Weitere 33 Menschen sind nach Angaben des RKI an oder mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 284.600.

    Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Donnerstag angesichts steigender Corona-Infektionen auf neue Beschränkungen geeinigt.

  • Unerlaubte Partys, illegal geöffnete Läden, Maskenverweigerer: In vielen Fällen greifen die Ordnungsämter selbst durch. Oft kommt aber auch die Polizei dazu. Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden Zehntausende Menschen auffällig.

  • Dortmund hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen die wichtige Grenze von 50 gemeldeten Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche überschritten. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur. Wie von der Stadt erwartet, lag sie mit dem Wert 50,7 knapp über der Schwelle. Damit gelten zunächst die strengeren Regelungen der Landesregierung für Corona-Hotspots. Die Stadt Dortmund will darüber hinausgehende Maßnahmen mit dem Land abstimmen, wie sie bereits am Mittwoch mitgeteilt hatte. Schon Anfang der Woche hatte Dortmund die Maskenpflicht verschärft, sie gilt beispielsweise auch in der Fußgängerzone.

  • Spanien hat als erstes Land der Europäischen Union die Marke von 900.000 Coronavirus-Infektionen überschritten. Seit Beginn der Pandemie seien unter den 45 Millionen Spanierinnen und Spaniern mehr als 908.000 Infektionen registriert worden, teilten die Behörden mit.

    Frankreich mit knapp 67 Millionen Einwohnern registrierte bisher 750.000 Infektionen. In Spanien gab es offiziellen Angaben zufolge mehr als 33.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Gesundheitsexperten vermuten, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt, da nicht ausreichend getestet werde.

  • Tourismusverbände und einige Politiker sind enttäuscht über das Fortbestehen der Reiseeinschränkungen in Deutschland.



    „Wir sind ein Land und deswegen muss es auch möglich sein, dass die Menschen sich bewegen können“, sagte Michael Kretschmer (CDU).

  • Der jüngste Sohn von US-Präsident Donald Trump, Barron, war ebenfalls mit dem Coronavirus infiziert. Der 14-Jährige habe aber keine Krankheitssymptome gehabt und sei inzwischen wieder negativ getestet worden, sagte seine Mutter, First Lady Melania Trump. Auch bei ihr selbst sei inzwischen ein Corona-Test negativ ausgefallen.

  • Portugal hat wegen stark steigender Infektionszahlen den Katastrophenfall ausgerufen. Bisher war das Land relativ gut durch die Krise gekommen. Die Anordnung ermögliche der Regierung, bei Bedarf Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und andere einschneidende Maßnahmen zu durchzusetzen, sagte Regierungschef António Costa.

    In der Öffentlichkeit sollen sich nur noch maximal fünf Menschen versammeln dürfen, bei privaten Feiern wird die Höchstzahl der Teilnehmer auf 50 reduziert, außerhalb der eigenen Wohnung sollten Masken obligatorisch und bei der Arbeit und in Schulen solle die Corona-Warn-APP „Stay Away“ Vorschrift werden. Das Parlament muss noch zustimmen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden stieg am Mittwoch unter den 10,3 Millionen Portugiesinnen und Portugiesen auf 2072. 2117 Menschen sind mit Covid-19 gestorben.

    Besonders betroffen sind der Norden und der Großraum Lissabon.Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-19-Patienten stieg in einem Monat von gut 300 auf fast 1000.

    Die Bundesregierung warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in die Region Lissabon.

  • Fassen wir die wichtigsten Aussagen Merkels zusammen:

    Die Kanzlerin hat das Ziel von Bund und Ländern betont, eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern. Deutschland ist der Kanzlerin zufolge bereits in einer exponentiellen Phase. Merkel betonte am Mittwochabend nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten den Ernst der Lage. Man stehe an einem entscheidenden Punkt. Die Frage sei, ob die Maßnahmen ausreichten oder nicht. Sie appellierte an die Bürger, in dieser „entscheidenden und kritischen Phase“, dass alle mitmachten und die Regeln befolgten. „Wir können gegen dieses Virus ankämpfen.“ Es komme darauf an, die Zahl der Kontakte zu verringern.

    Die neuen Maßnahmen im Überblick finden Sie hier.

  • Was der Gesundheit dient, dient auch der wirtschaftlichen Entwicklung, erklärt Merkel. Eine zweite Welle wie im Frühjahr könne sich das Land nicht leisten.

  • “In dieser wichtigen Phase der Pandemie ist es wichtig, dass auch alle Bürger mitmachen. Das Einhalten der Regeln ist das A und O.”

  • Merkel kündigt an, dass in zehn Tagen die heute beschlossenen Maßnahmen erneut überprüft werden. Merkel sagt, dass sie mit der Entscheidung bezüglich der Beherbergungsregeln nicht zufrieden ist. Nach den Herbstferien soll hier erneut verhandelt werden.

  • Merkel gibt einen kurzen Überblick über die aktuelle Lage. Sie betont erneut, dass die Lage im Herbst bei schlechtem Wetter automatisch schlechter wird. Man müsse nun verhindern, dass es zu einem unkontrollierten Anstieg der Zahlen kommt.

  • Jetzt stellt die Kanzlerin der Ergebnisse vor. “Wir sind in einer Phase, die ernst ist”, sagt Merkel.

  • Die irische Regierung will Hausbesuche im ganzen Land verbieten. Ausnahmen würden nur in dringenden Fällen wie etwa Kinderbetreuung gewährt, berichtet der Sender RTE.

  • Die 16 Bundesländer werden wohl weiter unterschiedliche Regeln bei der Beherbergung von Urlaubern aus anderen Ländern haben. In der Debatte im Kanzleramt zeichnete sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ab, dass eine Mehrzahl der Landesregierungen keine Negativ-Tests von Urlauber aus Risikogebieten als Voraussetzung für Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen einfordern will. Die Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachen-Anhalt hätten weiter dafür plädiert. Dagegen hätten sich etwa die Länderchefs von Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen ausgesprochen.

  • Im britischen Landesteil Nordirland werden die Corona-Maßnahmen deutlich verschärft. Alle Pubs und Restaurants werden vier Wochen lang geschlossen. Die Schulen werden für zwei Wochen dicht gemacht. Man müsse die Virus-Ausbreitung bremsen, sagte die nordirische Regierungschefin Arlene Foster in Belfast. Besonders viele Infektionen gibt es in der Stadt Derry und Umgebung, wo viele Menschen an der Grenze zum EU-Staat Irland leben.

  • Von Samstag bis zum 1. Dezember gilt für 18 Millionen Einwohner Frankreichs in Paris und neun anderen Regionen eine nächtliche Ausgangssperre. Das gab Präsident Emmanuel Macron am Mittwoch bekannt. Zudem kündigte er einen erneuten Gesundheitsnotstand an. Die ab 21 Uhr gültige Ausgangssperre hat das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. „Wir müssen die Zahl der Fälle pro Tag auf 3000 oder 4000 senken. Unser Ziel ist, private Kontakte zu reduzieren“, sagte Macron.

  • Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Aber vorher zum Corona-Test. Drei unserer Redakteure wollen nächste Woche wegfahren. Hier ihr Erlebnisbericht.

  • Die Forscher suchen noch Probanden.

  • In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Zudem soll eine Sperrstunde ab 23 Uhr gelten. Das haben Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

    Mehrere Städte mit hohen Zahlen von Corona-Neuinfektionen hatten bereits Sperrstunden verhängt. So müssen in Berlin seit dem vergangenen Wochenende Restaurants, Bars und Kneipen von 23 bis 6 Uhr morgens geschlossen sein. Auch in Bremen gibt es eine solche Regelung.

    In den Corona-Hotspots soll zudem die Maskenpflicht erweitert werden. Sie soll ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen auch überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Tickaroo Live Blog Software