Corona-Newsblog
:
RKI meldet mit 5587 Neuinfektionen deutlich mehr als vergangenen Sonntag



Infos
So schützen Sie sich vor dem Coronavirus
Foto: dpa/Arne Dedert

Liveblog Auch am Sonntagmorgen melden die Gesundheitsämter Tausende neue Fälle – für einen Sonntag sind die Fallzahlen deutlich erhöhrt. Derweil hat es im direkten Umfeld des Bundespräsidenten einen Positiv-Test gegeben. Alle Entwicklungen im Newsblog.

  • Wie jeden Morgen gibt es neue Zahlen zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland vom Robert Koch-Institut. Erwartungsgemäß haben hier die Gesundheitsämter vergleichsweise wenige neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Das RKI gab den Wert mit 5587 Neuinfektionen an. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger – auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Samstag in Quarantäne begeben. Wie eine Sprecherin des Bundespräsidialamtes in Berlin mitteilte, ist ein Personenschützer des Staatsoberhauptes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

  • Und auch aus Frankreich kommen schlechte Nachrichten: Unser westlicher Nachbar meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Am Samstag habe es 32.427 neue Fälle gegeben, gibt das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten steigt am Samstag um 90 auf 33.392.

  • Die USA verzeichnen nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC mehr als acht Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Am Samstag wurden 70.078 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Toten steigt um 1001 auf insgesamt 217.918.

  • Und auch in Österreich ist erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen gemeldet worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Samstag 1747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der bisher höchste Tageswert war am Donnerstag mit 1552 Fällen gemeldet worden. Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Provinzen über neue Schutzmaßnahmen beraten.

  • In Großbritannien sind nach Regierungsangaben an nur einem Tag 150 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind so viele wie noch nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Am Freitag waren noch 136 Todesfälle registriert worden. Zudem wurden 16.171 nachgewiesene Neuinfektionen registriert nach 15.650 am Freitag.

  • Die Niederlande haben 8114 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Das ist erneut ein Rekordwert, wie Daten des Nationalen Instituts für Öffentliche Gesundheit zeigen.

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnt davor, die Wirtschaft als Ganzes herunterzufahren. “Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten, am Arbeitsplatz, beim Einkaufen oder Tanken, sind eher unproblematisch, sofern Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden”, sagt der CDU-Politiker der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “Einen neuen Lockdown brauchen wir deshalb nicht.” Es sei “nicht zielführend, ganze Wirtschaftsbereiche zu schließen, die erkennbar nichts oder wenig mit dem Infektionsgeschehen zu tun haben”.

  • Wegen des starken Anstiegs der Infektionszahlen ruft die Landesregierung von Baden-Württemberg die höchste Corona-Alarmstufe aus. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie wie eine verschärfte Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und weitere Kontaktbeschränkungen sollen von Montag an gelten, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Samstag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung mitteilte.

  • Im Iran spitzt sich die Corona-Lage dramatisch zu: Die Anzahl der Toten hat dort nach Angaben des Gesundheitsministeriums die Schwelle von 30.000 überstiegen. Binnen 24 Stunden seien 253 Tote registriert worden; die Sterbefälle hätten damit 30.123 erreicht. Gleichzeitig sei die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie Ende Februar auf 526.490 gestiegen, hieß es laut der Nachrichtenagentur IRNA. Der drastische Anstieg der Fallzahlen hat zu kritischen Engpässen bei der medizinischen Versorgung der Corona-Patienten im Iran geführt. Nach Einschätzung des Corona-Krisenstabs spiegeln die Zahlen außerdem nur die Testergebnisse wider und es könnte weitaus mehr Corona-Tote und Infizierte im Land geben. Der Iran hat etwa so viele Einwohner wie Deutschland.

  • Mecklenburg-Vorpommern gibt seinen harten Kurs beim Beherbergungsverbot für Gäste aus Corona-Risikogebieten auf. Nach wochenlangem Streit und wenige Tage vor einem dazu erwarteten Gerichtsurteil einigten sich Landesregierung und Tourismusbranche am Samstag darauf, dass für Urlaub im Nordosten von Mittwoch an ein aktueller negativer Corona-Test ausreicht.

  • Außenminister Heiko Maas hat mit Blick auf die stark steigenden Fallzahlen die Bereitschaft Deutschlands bekräftigt, wieder Corona-Patienten aus anderen EU-Staaten aufzunehmen. „Wenn es bei unseren Nachbarn in der Versorgung von Corona-Patienten Engpässe gibt, bieten wir natürlich schnell Hilfe an, wie unsere Kapazitäten dies erlauben“, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstag). „Europäisch können wir das jetzt über das neue Frühwarnsystem viel besser koordinieren als im Frühjahr. Auf diese Solidarität setze ich, wenn es ein schwieriger Herbst wird.“ Mehrere Bundesländer haben sich bereits zur Aufnahme von Patienten aus EU-Nachbarstaaten bereiterklärt. So wollen zum Beispiel Kliniken in Nordrhein-Westfalen erneut schwer kranke Covid-19-Patienten aus den Niederlanden versorgen

  • Das Gesundheitssystem in NRW habe noch „sehr viele Kapazitäten“ zur Versorgung Infizierter – auch in der Intensivmedizin, sagte Gesundheitsminister Laumann.

  • In der RKI-Grafik mit täglich zunehmenden roten Warnfeldern in NRW gibt es inzwischen sogar einen dunkelroten Hotspot. Herne lag am Samstag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz mit 115,7 an der Spitze in NRW. Auch Wuppertal kratzte mit 98,2 bereits an der 100er-Schwelle. Ein Überblick.

  • Jetzt hat sich auch der Generalsekretär der CDU zum Fall Wendler geäußert: Er macht sich Sorgen.

  • Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat die Vielzahl an unterschiedlichen Corona-Bestimmungen in den Ländern als Hindernis für die Pandemie-Bekämpfung kritisiert und eine Vereinheitlichung gefordert. Nötig sei eine “bundeseinheitliche Line”, schrieb Brinkhaus in einem Brief an die CDU/CSU-Abgeordneten, über den die AFP und die Deutsche Presse-Agentur berichteten. “Alles andere ruft momentan nicht nur große Irritation in der Bevölkerung hervor – es verhindert ein konsequentes, gebündeltes Vorgehen gegen Corona.” Der Fraktionschef forderte zudem eine stärkere Einbindung des Parlaments in die Politik zur Pandemiebekämpfung. Der Bundestag sei “genau der richtige Ort, um die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung öffentlich zu diskutieren und auch über den Nachsteuerungsbedarf zu sprechen”, schrieb Brinkhaus an die Abgeordneten.

  • In einem dringlichen Appell macht Kanzlerin Angela Merkel die Dramatik der Lage in der Pandemie deutlich. Sie fordert: Die Menschen sollen auf nicht notwendige Reisen verzichten und die Zahl der Kontakte beschränken.

  • Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat angesichts steigender Corona-Neuinfektionen vor einem Versagen der Kontaktnachverfolgung gewarnt. “Wir stehen kurz vor dem Kontrollverlust in einigen Regionen in Deutschland. Das ist hochgefährlich”, sagte Söder der “Passauer Neuen Presse” (Samstagsausgabe). Wenn eine Nachverfolgung nicht mehr möglich sei, müssten Kontakte generell mit strikten Maßnahmen begrenzt werden. “Das wollen wir aber nicht.” Deshalb sei es wichtig, “die Welle noch rechtzeitig zu brechen“, betonte Söder. Die Gesundheitsämter müssten dringend ertüchtigt werden, um die Kontaktverfolgung zu gewährleisten. Indes sei das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots “in dieser Phase kein besonders taugliches Mittel”. Die Menschen sollten “lieber zu Hause bleiben”.

  • Das Kanzleramt will Tausende zusätzliche Helfer rekrutieren, um die Infektionsketten trotz hoher Zahlen nachverfolgen zu können. Lesen Sie hier das ganze Interview:

  • Der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz hat die Ministerpräsidenten der Länder in der Corona-Pandemie zur Unterstützung der Bundeskanzlerin aufgerufen.

Tickaroo Live Blog Software