Corona-Newsblog
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Städtetag fordert schnell Hilfe von der Bundeswehr



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So schützen Sie sich vor dem Coronavirus
Foto: dpa/Arne Dedert

Liveblog Um die Kontrolle über das Infektionsgeschehen zu behalten, brauchen die Gesundheitsämter mehr Personal. Immer mehr Kommunen brauchen dazu Unterstützung von der Bundeswehr. Derweil liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in drei NRW-Städten bei mehr als 100. Alle Entwicklungen im Newsblog.

  • Der Deutsche Städtetag schlägt Alarm: Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy, hat eine schnelle Verfügbarkeit von Bundeswehrsoldaten und anderen Helfern für die Gesundheitsämter gefordert, um die Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen.

  • Die Stadt Krefeld überschreitet am Sonntag, 18. Oktober, mit 29 neuen Corona-Infektionsfällen (im Vergleich zu Samstag) erstmals den 7-Tage-Inzidenzwert von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohnern.

  • Die Corona-Zahlen in NRW steigen immer weiter. In drei Kommunen lagen die Infektionsquoten nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag sogar schon um das Doppelte über dem Grenzwert von 50.

  • Auch ein zweiter Coronatest bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist negativ ausgefallen, wie eine Sprecherin sagt. Steinmeier hatte sich in Quarantäne begeben, nachdem ein Personenschützer positiv auf das Virus getestet worden war. Die häusliche Isolation solle aber erst nach Absprache mit dem Gesundheitsamt aufgehoben werden, sagt die Sprecherin.

  • Rund 1100 Menschen haben am Sonntag nach Polizeiangaben in der Dortmunder Innenstadt gegen die Corona-Auflagen demonstriert.

  • Wegen der verschärften Lage sind von Montag an wieder bundesweit telefonische Krankschreibungen bei Erkältungsbeschwerden möglich. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen müssen somit nicht in eine Praxis gehen, nur um eine Krankschreibung zu bekommen. So sollen volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken vermieden werden. Die entsprechenden Krankschreibungen gibt es jeweils für sieben Tage. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Kalendertage ausgestellt werden.

  • Woher kommen die massiv steigenden Zahlen? Ein Erklärungsversuch.

  • Die Zahl der in Solingen mit dem Coronavirus infizierten Personen wird kontinuierlich größer: Nach 226 am Samstag meldete die Stadt am Sonntag 255 registrierte Fälle.

  • Die Regierung geht von einem Finanzrahmen zur Bewältigung der Corona-Krise in Höhe von fast 1,5 Billionen Euro in diesem und im nächsten Jahr aus. Dies setzt sich aus rund 620 Milliarden Euro für staatliche Corona-Maßnahmen sowie rund 826 Milliarden Euro an staatlichen Garantien für Bund und Länder zusammen, wie aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Linken-Anfrage hervorgeht.

    In der Summe enthalten sind dem Bericht zufolge Kosten für das Gesundheitssystem sowie die Beschaffung von medizinischem Material, die Stützungs- und Konjunkturprogramme für die Wirtschaft, internationale Hilfszahlungen, wegbrechende Einnahmen und höhere Ausgaben der Sozialkassen. Dazu kämen staatliche Garantien in Form von Bürgschaften, Schnellkrediten und der Beteiligung des Bundes am europäischen Wiederaufbauprogramm.

  • In 48 nordrhein-westfälischen Krankenhäusern stehen derzeit 80 Betten zur intensivmedizinischen Versorgung niederländischer Covid-19-Patienten bereit.

  • Der Rhein-Kreis Neuss ist ab sofort Risikogebiet. Wie aus aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervorgeht, liegt der der sogenannte Inzidenzwert bei 51,8.

  • Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, hat eine schnelle Verfügbarkeit von Bundeswehrsoldaten und anderen Helfern für die Gesundheitsämter gefordert, um die Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen. „Wichtig ist jetzt, dass die neuen Mitarbeitenden schnell zur Verfügung stehen“, sagte Dedy unserer Redaktion. „Je schneller die Kontaktnachverfolgung durch zusätzliches Personal verbessert wird, desto wirksamer trägt das zur Eindämmung der Pandemie bei“, sagte Dedy.

    Er teilte die Einschätzung von Kanzleramtschef Helge Braun, der am Samstag von einem zusätzlichen Personalbedarf in fünfstelliger Höhe gesprochen hatte. „Der Personalbedarf ist immens und steigt rasant mit den Infektionszahlen. Dass er fünfstellig sein kann, halten wir für realistisch“, sagte Dedy.

    Der Hauptgeschäftsführer des Städtetages lobte die Arbeit der Behörden. „Die Gesundheitsämter leisten in der Pandemie großartige Arbeit“, sagte er. Ein Teil der Gesundheitsämter könne die Kontaktnachverfolgung inzwischen aber nicht mehr allein oder mit zusätzlichem Personal aus der Stadtverwaltung leisten. „Die Bundeswehr hilft deshalb bereits in mehreren Fällen. Die Zusagen von Bund und Ländern für weitere personelle Hilfe sind gut“, sagte Dedy.

  • Eine neue Studie zeigt, wie wichtig Händewaschen weiterhin ist.

  • In den Innenstädten von Mönchengladbach und Rheydt gilt ab Montag auf vielen Straßen eine Maskenpflicht. Die Stadt begründet das mit dem Überschreiten des Sieben-Tage-Inzidenz-Wertes von 35.

  • Die Behörden haben eine Großhochzeit in New York verboten.

  • Die Corona-Warn-App des Bundes hat immer noch nicht ihr volles Potenzial entfaltet – dabei gäbe es eine ganze Reihe sinnvoller Funktionen, die sie übernehmen könnte, schreibt unser Autor in seiner Analyse.

  • Das Coronavirus kann laut einer Studie japanischer Forscher fünf Mal so lange auf der menschlichen Haut überleben wie das Grippevirus. Der in der Fachzeitschrift “Clinical Infectious Diseases” veröffentlichten Studie zufolge bleibt das Virus SARS-CoV-2 bis zu neun Stunden aktiv, während das die Grippe auslösende Influenza-A-Virus nur 1,8 Stunden überlebt. Das Risiko einer Infektion könne durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen, wie es auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlen wird, reduziert werden, schreiben die Forscher.

  • Die Initiative „Querdenken“ will am Sonntag in Dortmund gegen die Corona-Auflagen demonstrieren. Es seien bis zu 3000 Teilnehmer für eine Kundgebung (14 Uhr) und einen anschließenden Demo-Zug durch die Innenstadt angemeldet.

  • Wenn Covid-19-Erkrankte im Krankenhaus beatmet werden müssen, fallen einem Medienbericht zufolge nach Krankenkassen-Daten durchschnittliche Kosten von mehreren Zehntausend Euro pro Fall an. Die „Welt am Sonntag“ berief sich auf Zahlen der AOK und der Barmer Ersatzkasse zu Krankenhaus-Behandlungen von Covid-19-Fällen. Eine Auswertung der Daten der AOK-Versicherten ergab demnach, dass eine stationäre Behandlung einer Covid-19 Erkrankung im Schnitt 10.700 Euro kostet. „Unsere Daten zeigen aber auch, dass Covid-19-Erkrankte, die im Krankenhaus beatmet werden müssen, aufgrund der zum Teil schweren Krankheitsverläufe durchschnittlich Fallkosten von 38.500 Euro verursachen“, sagte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands.

  • Wie jeden Morgen gibt es neue Zahlen zur Entwicklung der Pandemie in Deutschland vom Robert Koch-Institut. Erwartungsgemäß haben hier die Gesundheitsämter vergleichsweise wenige neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet. Das RKI gab den Wert mit 5587 Neuinfektionen an. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger – auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

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