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Corona-Rezession: In diesen Regionen fallen am meisten Jobs weg

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Stellenausschreibungen im Arbeitsamt (Symbolbild)


Stellenausschreibungen im Arbeitsamt (Symbolbild)

Alexander Hassenstein/ Getty Images

Wie stark die Bürger die Folgen der Corona-Rezession spüren, hat bislang vor allem mit zwei Faktoren zu tun: Zählen sie zu den mehr als zehn Millionen Beschäftigten, für die Firmen Kurzarbeit beantragt haben? Oder ist ihr Arbeitsplatz sogar akut in Gefahr?

Das Ausmaß der Folgen der Pandemiebekämpfung für den Arbeitsmarkt variiert stark von Region zu Region. Das zeigt eine detaillierte Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, die dem SPIEGEL vorliegt.

In Emden Kurzarbeit für jeden Zweiten

Im März und April haben die Unternehmen in Deutschland Kurzarbeit für 10,6 Millionen Personen angemeldet, das entspricht etwa 31,4 Prozent aller bundesweit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. In einigen Städten und Kreisen liegt der Anteil allerdings noch deutlich höher. So wurde in Emden (56 Prozent) und Wolfsburg (52,2 Prozent) sogar für mehr als die Hälfte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet. Grund dafür ist an beiden Standorten die große Bedeutung der Volkswagen-Werke vor Ort, die zwischenzeitlich stillstanden.

Aus der Analyse geht zudem hervor, welche Branchen besonders stark auf Kurzarbeit zurückgriffen. Im Bereich des verarbeitenden Gewerbes waren das vor allen Dingen Betriebe aus der Metall-, Stahl- und Elektroindustrie. Am stärksten eingesetzt wird das Instrument der Kurzarbeit allerdings im von der Coronakrise stark betroffenen Gastgewerbe. Für 93,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Branche wurde im März und April Kurzarbeit beantragt.

Die Zahl der tatsächlich in Kurzarbeit geschickten Mitarbeiter lässt sich damit noch nicht bestimmen. Erst im Laufe des Jahres wird sich abschließend klären, ob – und wie weit – die Firmen die angemeldete Kurzarbeit auch tatsächlich voll nutzen. Hinzu kommt auch die Tatsache, dass ab Ende Mai vielerorts der Wirtschaftsbetrieb wieder angelaufen ist. Seitdem ist die Zahl der Kurzarbeiter vielerorts wieder gesunken. Die Zahlen geben also den Scheitelpunkt der Kurzarbeitswelle wieder.

Mehr Arbeitslose in Urlaubsregionen – und in Berlin

Das Kurzarbeitergeld ermöglicht Betrieben, Zeiten mit schwacher Betriebsauslastung zu überbrücken, ohne Mitarbeiter gleich entlassen zu müssen. Obwohl dieses Werkzeug in der aktuellen Krise so intensiv genutzt wird wie nie zuvor, ist die Zahl der Arbeitslosen dennoch spürbar gestiegen. Zwischen März und Mai ist die Zahl der Menschen ohne Job um 478.000 angewachsen. Rechnet man ein, dass in anderen Jahren im Zuge der üblichen Frühjahrsbelebung eigentlich in der Regel viele neue Jobs geschaffen werden, so liegt die Arbeitslosigkeit laut WSI sogar um 578.000 Personen höher als ohne die Pandemie.




Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern


Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern

Jens Büttner/ dpa

Die bundesweite Auswertung zeigt auch hier: Deutschlands Regionen werden von dem mit der Krise verbundenen Stellenabbau sehr unterschiedlich getroffen. Das WSI hat dafür eine “Corona-Quote” berechnet. Sie gibt – grob gesagt – wieder, um wie viele Prozentpunkte die Arbeitslosigkeit im Zuge der Pandemie gestiegen ist.

Im Landesdurchschnitt liegt die “Corona-Quote” bei 1,3 Prozent. Allerdings gibt es dabei erhebliche regionale Unterschiede. Während in sehr vielen Städten und Kreisen die Arbeitslosigkeit lediglich um maximal einen Prozentpunkt gestiegen ist, gibt es einige wenige Regionen, die ungleich heftiger getroffen sind. Dazu zählt etwa Vorpommern-Rügen (Arbeitslosenquote um 3,2 Prozentpunkte höher). Der Kreis leidet besonders stark unter dem Rückgang des Ostseetourismus. Ebenfalls stark betroffen sind Berlin (plus 2,5 Prozentpunkte) sowie zwei Urlaubsregionen in Bayern, Berchtesgaden (plus 2,3 Prozentpunkte) sowie Garmisch-Partenkirchen (plus 2,4).

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