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Corona-Update am Samstag: Starpianist Igor Levit will womöglich keine Corona-Hauskonzerte mehr geben




Pianist Igor Levit


Pianist Igor Levit


Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image

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Ukraine verzeichnet Rekordzahl an Neuinfektionen

08.08 Uhr: Die Ukraine verzeichnet eine Rekordzahl von 6410 Corona-Neuinfektionen. 109 Patienten seien in den vergangenen 24 Stunden verstorben, teilt der Nationale Sicherheitsrat mit. Auch dies ist ein Höchstwert. Mit 5992 Neuinfektionen hatte die Ukraine bereits am Freitag einen neuen Rekord gemeldet. Insgesamt verzeichnet das Land 293.641 bestätigte Ansteckungen und 5517 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.

Kritik an Ferien trotz Corona: König bricht Urlaub ab

07.50 Uhr: Nach harscher Kritik hat die niederländische Königsfamilie eine trotz der Coronakrise unternommene Urlaubsreise nach Griechenland abgebrochen. “Wir sehen die Reaktionen von Menschen auf Berichte in den Medien. Und die sind heftig und sie berühren uns”, hieß es in einer am späten Freitagabend veröffentlichten Mitteilung des Königshauses. “Wir wollen keinerlei Zweifel daran bestehen lassen: Um Covid-19 zu besiegen, ist es notwendig, dass die Richtlinien befolgt werden.”

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Zuvor hatten Abgeordnete von Oppositions- wie Regierungsparteien Kritik an der erst durch Medienberichte bekannt gewordenen Flugreise von König Willem-Alexander und seiner Familie mit einer Regierungsmaschine zu deren Ferienhaus auf der Halbinsel Peloponnes geübt.

In den Niederlanden sind gerade verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen verfügt worden. Unter anderem müssen Kneipen und Restaurants für vier Wochen schließen. Am Freitag meldeten die Behörden, seit Donnerstagmorgen seien fast 8000 neue Corona-Infektionen registriert worden; das sei ein neuer “Tagesrekord”. Für das Gebiet in Griechenland, in dem sich die Ferienvilla von Willem-Alexander befindet, gilt bislang keine Warnung vor einem erhöhtem Corona-Risiko.

Mehr als acht Millionen Infizierte in den USA

05.50 Uhr: In den USA steigt die Zahl der Infizierten nach Reuters-Zählung um mindestens 69.478 auf 8,08 Millionen an. Mindestens 899 Menschen sind demnach nach einer Ansteckung gestorben. Insgesamt sind 218.633 Menschen dem Virus erlegen.

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Holocaust-Überlebende sollen zusätzliche Corona-Hilfen bekommen

05.00 Uhr: Überlebende des Holocausts sollen in der Corona-Krise mehr als eine halbe Milliarde Euro an zusätzlichen Hilfen von der Bundesregierung bekommen. Eine entsprechende Vereinbarung habe das Finanzministerium mit der Claims Conference, einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen, getroffen, erklärte das Ministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach können rund 240.000 Opfer des NS-Regimes weltweit über zwei Jahre 2400 Euro erhalten. Zuvor hatten internationale Medien berichtet.

“Deutschland steht damit in Zeiten der Covid-19-Pandemie in besonderer Weise zu seiner historischen Verantwortung für die durch das NS-Unrechtsregime verfolgten Menschen”, erklärte das Ministerium. Der Bundesregierung sei aber auch bewusst, dass das unermessliche Leid, das den Überlebenden zugefügt wurde, nicht durch Geld aufgewogen werden könne. Der Bundestag muss den Plänen noch zustimmen.

Überlebende der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager im Nationalsozialismus gehören oft zur Corona-Risikogruppe – zum einen wegen ihres Alters, aber auch, weil sie durch ihre Zeit in den Lagern häufig gesundheitliche Probleme haben. Die Pandemie treffe sie besonders hart, erklärte das Finanzministerium.

In Deutschland mit 7830 Corona-Infektionen erneut Höchstwert erreicht

04.39 Uhr: Den dritten Tag in Folge verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) ein jeweils neues Allzeithoch bei der Zahl der täglichen Infektionen. Am Samstag meldete das RKI 7830 neue Fälle. Am Freitag waren es 7334 und am Donnerstag 6638.

Nach Instituts-Angaben starben 33 Menschen an oder mit dem Virus. Deutschland verzeichnet demnach insgesamt 9767 Todesfälle im Zusammenhang mit der Pandemie.

Zwar ist die Zahl der an einem Tag gemeldeten Neuinfektionen so hoch wie noch nie. Sie ist aber mit dem Rekordwert im Frühjahr von 6294 am 28. März nicht direkt vergleichbar. Mittlerweile wird jeden Tag deutlich mehr getestet, so dass auch mehr Infektionen nachgewiesen werden.

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Starpianist Levit will bei erneutem Lockdown keine Hauskonzerte geben

03.32 Uhr: Im Falle eines erneuten Lockdowns will Starpianist Igor Levit seine online übertragenen “Corona-Hauskonzerte” nicht wiederholen. “Die Hauskonzerte waren meine Rettung, mein Stabilitätsanker”, sagte Levit dem Magazin “Focus” in einem am Samstag veröffentlichten Interview über seine Online-Auftritte während der Corona-Beschränkungen im Frühjahr. “Ohne sie hätte ich diese schwere Zeit, körperlich wie mental, nie überstanden.” Im Falle eines neuen Lockdowns wolle er aber nicht in gleicher Weise im Netz präsent sein.

Levit hatte Anfang Oktober den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Damit wurden sein Engagement gegen Antisemitismus und die Ausgrenzung von Minderheiten hervorgehoben, aber auch die von ihm organisierten “Corona-Hauskonzerte”.

Merz ruft Ministerpräsidenten zu Unterstützung der Bundeskanzlerin auf

01.31 Uhr: Der Bewerber um den CDU-Parteivorsitz Friedrich Merz hat die Ministerpräsidenten der Länder in der Corona-Pandemie zur Unterstützung der Bundeskanzlerin aufgerufen. “Es wäre gerade jetzt wünschenswert, dass sich die Ministerpräsidenten unseres Landes – trotz der berechtigten Kritik zum Beispiel am Beherbergungsverbot – einmal ohne Wenn und Aber hinter die Bundeskanzlerin stellen und ihre Bemühungen unterstützen würden, das Land vor einem zweiten Lockdown zu bewahren”, sagte Merz der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagsausgabe).

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Ein weiterer Lockdown würde “eine erhebliche Verschärfung der wirtschaftlichen Lage” bedeuten, mit weiter steigenden Insolvenzen und einem massiven Einbruch des Arbeitsmarktes”, sagte Merz. “Das müssen wir dringend verhindern.”

Er forderte die Große Koalition in Berlin dazu auf, die Wirtschaft jetzt nicht mit neuen Regelungen zu belasten. “Ein Belastungsmoratorium einzuhalten wäre rein psychologisch jetzt ein wichtiges Signal an die Unternehmen, damit sie sich darauf verlassen können, dass es jetzt einfach nur darum geht, gemeinsam aus der Krise zu kommen”, sagte der CDU-Bewerber. Man müsse sich jetzt auf die Lösung der großen Probleme konzentrieren.

Bund will zusätzliche Helfer zur Corona-Nachverfolgung mobilisieren

00.40 Uhr: Angesichts der stark steigenden Zahlen an neuen Corona-Infektionen versucht die Bundesregierung zusätzliche Helfer zu rekrutieren, um die Kommunen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu unterstützen. “Der Bedarf ist enorm, es wird eine fünfstellige Zahl von Helfern benötigt”, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der “Rheinischen Post” (Samstag).

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Neben dem Bundeswehrkontingent von bis zu 15.000 Soldaten schaue man auch, “ob wir weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden mobilisieren können”, sagte der CDU-Politiker. Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. Die Regierung sei mit der Hochschulrektorenkonferenz im Gespräch, damit die Freiwilligen keine Nachteile im Studium hätten.

Aus Sicht von Braun bewährt sich die Corona-Warn-App vor dem Hintergrund der dynamischen Pandemie-Entwicklung. “Die Warnungen nehmen derzeit drastisch zu, wir sehen einen steilen Anstieg”, sagte der Kanzleramtschef. Bis Dienstag hätten bereits 10.860 positiv getestete Nutzer eine Warnung über die App an ihre anonymen Kontakte aussenden können. Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird.

Braun erneuerte seinen im Sommer gemachten Vorschlag, einen Staatsakt für die Corona-Opfer abzuhalten, “wenn die Corona-Pandemie im Wesentlichen besiegt ist”. Die im Sommer verbreitete Botschaft, wonach Deutschland gut durch die Krise komme, hätten Angehörige, die einen Menschen an das Virus verloren, als extrem zynisch wahrnehmen müssen. “Ihnen sage ich, dass die Opfer dieser Pandemie unter keinen Umständen vergessen werden”, unterstrich Braun.

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