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Corona verbieten, Grundschulen sprengen und andere nötige Maßnahmen – Podcast

Eine Maskenpflicht gilt an allen geraden Tagen des Monats in Straßen mit mehr als neun Buchstaben, Ausnahmen gibt es nur für Schulkinder ohne Blinddarm (dienstags), Frauen mit dem Sternzeichen Wassermann (außer Aszendent Waage) und für Trottel. Waldspaziergänge werden verboten, Ostwestfalen vorsorglich evakuiert, alle Grundschulen im Umkreis von achtzig Kilometern von Tönnies-Schlachthöfen gesprengt: Was Sascha Lobo in seiner jüngsten Kolumne “Hurra, die neuen Corona-Maßnahmen sind da!” aufzählt, ist natürlich nicht ernst gemeint. Lachen soll aber ja aber bekanntlich die beste Medizin sein – wenn auch wohl leider wirkungslos im Kampf gegen Covid-19.

Was Lobo eigentlich verdeutlichen wollte, sind die teils absurd anmutenden, vor allem aber für die Bürgerinnen und Bürger verwirrenden, uneinheitlichen Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung des Virus. Der Streit um das Beherbergungsverbot zeigt, dass eine einheitliche Linie so schnell auch nicht zu erwarten ist.

Lobo nutzt die Gelegenheit aber auch für eine beißende Kritik an den Kultusministerien der Länder und ihrem “Sommer des gezielten Abwartens”. Bevor sie die Digitalisierung der Schulen und des Unterrichts ernsthaft angingen, wirft er ihnen indirekt vor, forderten sie eher “ISDN für alle” und händigten “allen Schülerinnen und Schülern kostenlos ein Nokia-Handy mit 100 Frei-SMS und 50 KB Datenvolumen” aus. Die Hälfte der deutschen Schulen, malt er sich aus, sollen Internet bekommen, “allerspätestens bis zur Explosion der Sonne”.

In seinem Podcast reagiert Lobo auf einige Zuschriften seiner Leserinnen und Leser.

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