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Coronavirus News am 14. September: Österreich verschärft Maskenpflicht

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Italien: Erstmals seit sechs Monaten wieder Schule

10.02 Uhr: Nach sechs Monaten zu Hause gehen Millionen Kinder und Jugendliche in Italien wieder zur Schule. Allerdings ist das Land auch mit Beginn des neuen Schuljahres von einem normalen Unterricht noch weit entfernt: Unter anderem besteht Maskenpflicht – dafür wollen die Behörden jeden Tag landesweit kostenlos elf Millionen Masken für Schüler und Lehrer bereitstellen.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte sich am Mittwoch in einer Fernsehansprache an die Schüler gewandt: “Danke, Ihr habt den höchsten Preis in dieser Krise gezahlt”, sagte er. Italien war als eines der ersten Länder in Europa massiv vom Coronavirus getroffen worden. Anfang März wurden alle Schulen geschlossen, seitdem mussten die rund acht Millionen Schüler zu Hause bleiben.

Berlusconi vor Entlassung aus Krankenhaus

9.56 Uhr: Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll nach seiner Corona-Behandlung das Krankenhaus in Mailand heute gegen Mittag verlassen. Das teilt seine Partei Forza Italia mit. Der 83-Jährige war am 4. September in die Klinik gebracht worden mit milden Symptomen einer beidseitigen Lungenentzündung.

Österreich verschärft die landesweiten Schutzmaßnahmen

9.30 Uhr: Nach einem drastischen Anstieg der Infektionen in Österreich muss vom heutigen Montag an ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. Bei Veranstaltungen sind draußen nur noch 3000 Besucher statt derzeit bis zu 10.000 erlaubt. In Innenräumen sind nur noch 1500 statt 5000, ohne zugewiesene Plätze nur 50 Gäste zugelassen. Kinder müssen in der Schule außerhalb ihrer Klassenzimmer Maske tragen.

Bundeskanzler Sebastian Kurz erwartet einen weiteren starken Anstieg der Zahlen. “Was wir gerade erleben, ist der Beginn der zweiten Welle”, erklärte der Regierungschef der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Sonntag. “Waren es vor zwei Wochen noch rund 350 Ansteckungen pro Tag, lagen wir gestern bereits bei über 850.” Bald werde man die Marke von 1000 neuen Fälle pro Tag erreichen. Als “besonders dramatisch” beschrieb Kurz die Lage in Wien, wo mehr als die Hälfte aller registrierten Neuinfektionen in Österreich verzeichnet werden.

Der Anstieg der registrierten Neuinfektionen lag am Samstag nach einem erneuten Sprung mit 869 neue Fälle so hoch wie zuletzt Ende März. Zuvor wurde am Donnerstag ein Rekord-Wiederanstieg von 664 Neuinfektionen gemeldet. Noch in der Vorwoche hatten die Zahlen meist bei etwa 300 bis 400 neuen Fällen am Tag gelegen.

Trump hält erste Massenkundgebung in einer Halle seit Ende Juni ab

8.52 Uhr: Im US-Bundesstaat Nevada verbieten Corona-Regeln große Versammlungen in geschlossenen Räumen. Präsident Trump war das offenbar egal. Er ließ sich von Tausenden Anhängern in einer Halle bejubeln.

Söder will Augsburger Industrie mit 100 Millionen Euro helfen

8.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will dem angeschlagenen Industriestandort Augsburg mit 100 Millionen Euro unter die Arme greifen. “Wir werden in Augsburg ein großes Zentrum für die Weiterentwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz schaffen”, sagte der CSU-Chef der “Augsburger Allgemeinen”. Zudem soll die schwäbische Stadt laut Söder mit dem Geld als Zentrum für die Weiterentwicklung von Wasserstoff als Kraftstoff gefördert werden.

Mehrere große Augsburger Unternehmen haben in den vergangenen Monaten Einschnitte wegen der Coronakrise angekündigt. So will der in Augsburg ansässige Großmotorenhersteller MAN Energy Solutions 1650 Arbeitsplätze in Deutschland und 950 im Ausland streichen. Bei der Airbus-Tochter Premium Aerotec sind zudem am Unternehmenssitz in Augsburg rund 1000 Jobs und in Norddeutschland weitere 1800 Stellen gefährdet.

IW-Institut: Ohne zweiten Lockdown wächst deutsche Wirtschaft 2021 kräftig

8.42 Uhr: Das IW-Institut traut der deutschen Wirtschaft im kommenden Jahr eine spürbare Erholung zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte 2021 um rund viereinhalb Prozent anziehen, erklärten die arbeitgebernahen Forscher. “Glücklicherweise hat die Wirtschaft im Sommer dank niedriger Fallzahlen wieder aufholen können”, sagte IW-Direktor Michael Hüther. “Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, werden wir zum Jahreswechsel 2021/2022 das Vorkrisenniveau wieder erreicht haben.” Für das laufende Jahr rechnen die Forscher mit einem Schrumpfen des Bruttoinlandsproduktes von rund 6,2 Prozent – “vorausgesetzt, es gibt keinen zweiten Lockdown”.

In der Krise seien zwar die Exporte eingebrochen und der private Konsum stark gesunken. Aber der Sommer habe etwas Hoffnung gebracht, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). “Die staatlichen Hilfen und die Bauwirtschaft kurbeln die Konjunktur an. Die Industrie schafft sich auch wieder aus dem Tal heraus.” Die Investitionen dürften allerdings 2020 um 20 Prozent zum Vorjahr einbrechen. Sollte sich die Weltwirtschaft weiter stabilisieren, könne es hier 2021 wieder ein Wachstum von rund 12,5 Prozent geben.

Lockdown-Bestimmungen in Melbourne leicht gelockert

8.32 Uhr: Die Behörden in der australischen Millionen-Metropole Melbourne haben einen seit sechs Wochen geltenden strikten Lockdown leicht gelockert. Aufatmen können vor allem allein lebende Bürgerinnen und Bürger, die bislang von fast jeglichem persönlichen Kontakt abgeschnitten waren. Sie dürfen ab sofort einen sogenannten Bubble Buddy bestimmen – einen Freund oder Verwandten, der zu Besuch kommen darf und mit dem so eine Art Blase gebildet wird.

Zudem wurde die seit Anfang August geltende nächtliche Ausgangssperre um eine Stunde verkürzt und die Zeit für sportliche Aktivitäten von einer auf zwei Stunden pro Tag verlängert. Jedoch dürfen sich die Menschen dabei weiterhin nur im Umkreis von fünf Kilometern von ihrer Wohnung bewegen.

Der Lockdown in der Hauptstadt des Bundesstaates Victoria gilt als einer der härtesten der Welt. Obwohl am Montag in der Region nur noch 35 neue Infektionsfälle verzeichnet wurden, sollen die Einschränkungen voraussichtlich nicht vor Ende Oktober aufgehoben werden. Die Regierung in Canberra hatte die strengen Regeln zuletzt kritisiert. Premierminister Scott Morrison befürchtet massive wirtschaftliche Einbußen.

Die zweite Corona-Welle war in Melbourne Ende Juni ausgebrochen. Anfang Juli war ein neuer Lockdown ausgerufen worden, seither liegt das Leben für die fünf Millionen Einwohner weitgehend still. Weil die Zahl der neuen Fälle zeitweise trotzdem bei mehr als 700 binnen 24 Stunden lag, wurden die Regeln im August weiter verschärft.

WHO meldet Rekord an neuen Infektionen

8.07 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden zuletzt 307.930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus am Sonntag veröffentlichten WHO-Daten hervorgeht. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche.

Damit sind seit Bekanntwerden des Erregers Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist allerdings nach Einschätzung von Experten erheblich. Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12.000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Mehr als 917.000 Infizierte sind nach der WHO-Statistik (Stand Sonntag, 13 Uhr MESZ) weltweit bisher gestorben. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle blieb zuletzt laut WHO-Daten relativ konstant. Am Sonntag wurden rund 5500 Tote in 24 Stunden registriert.

Globaler Corona-Report: “Ein Verlust von zehn Billionen Dollar”

Gro Harlem Brundtland hat am ersten globalen Pandemie-Bericht mitgeschrieben. Hier spricht die frühere norwegische Regierungschefin über die Kosten der Krise und was im Kampf gegen das Virus schieflief. Das Interview finden Sie hier.

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