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Coronavirus News am Sonntag: Donald Trump trägt Maske bei Besuch von Militärkrankenhaus

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Trump mit Maske:


Trump mit Maske: “Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen”


Foto: TASOS KATOPODIS/ REUTERS

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Experten äußern Zweifel an Unions Stadionplänen mit Zuschauern

8.15 Uhr: Ist ein Ende der Geisterspiele in Sicht? Diese Frage dürfte Fans und Vereine umtreiben. Union Berlin möchte sein Stadion “spätestens” zum Saisonbeginn – also Mitte September – wieder füllen. Mit einem bislang einmaligen Vorhaben will der Klub das ermöglichen und sorgt damit für Wirbel in der Liga.

Der Klub plant umfassende Tests auf das Coronavirus für alle Stadionbesucher. Das Konzept will Union gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten. Experten zweifeln allerdings an den Plänen.

“Weil der Test nur eine Momentaufnahme ist, ist aber nicht ausgeschlossen, dass trotzdem Zuschauer nach 24 Stunden positiv werden und somit andere Zuschauer im Stadion anstecken können”, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit der “Bild am Sonntag”. Die Bewältigung der Menge von rund 22.000 Tests hält er dagegen für kein Problem.

Klaus-Dieter Zastrow vom Hygieneinstitut Berlin brachte jeweils zwei Tests für Fans vor dem Spiel als eine mögliche sicherere Variante ins Gespräch. “Das wäre grundsätzlich technisch möglich. Mit so getesteten Fans wäre Fußball mit vollem Stadion und Fangesängen auch zu verantworten”, sagte er dem Blatt. Allerdings hält Zastrow den organisatorischen Aufwand für zu groß. “Allein die Zahl der erforderlichen Tests bringt die Berliner Labors an ihre Grenzen, das ginge nur mit Sonderschichten”, urteilte der Professor.

Sinkende Zahl der Corona-Antikörper dämpft Hoffnung auf Impfstoff 

8.05 Uhr: Neue Untersuchungen von Genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests der ersten Corona-Patienten in Deutschland, die Ende Januar in der München Klinik Schwabing behandelt wurden, zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut, berichtete Clemens Wendtner, Chefarzt der dortigen Klinik für Infektiologie.

“Bei vier der neun Patienten sehen wir sinkende neutralisierende Antikörper in einem sehr speziellen Test, der nur in einem Hochsicherheitslabor erfolgen kann”, sagte Wendtner. “Inwieweit dies Auswirkungen für die Langzeitimmunität und die Impfstrategien hat, ist derzeit noch spekulativ, muss aber im weiteren Verlauf kritisch beobachtet werden.” Es deute aber darauf hin, dass nach durchgemachter Krankheit eine Neuansteckung möglich sei.

Österreichs Kanzler Kurz stellt Bedingungen für EU-Hilfspaket

8.02 Uhr: Die EU-Staaten suchen noch nach einer Lösung für die geplanten Milliardenhilfen in der Coronakrise. Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz hat seine Zustimmung nun an Bedingungen geknüpft.

“Wenn wir schon sehr viel staatliches Geld in die Hand nehmen, dann sollte es zumindest in die richtigen Bereiche fließen”, sagte Kurz der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung”. “Allen voran in mehr Forschung und Entwicklung für eine gute digitale Infrastruktur, auch in den technologischen Wandel, der für einen besseren Klimaschutz nötig ist.”

Zudem müsse nach seinen Vorstellungen die Vergabe der Hilfsgelder an Reformauflagen wie etwa Bürokratieabbau oder Kampf gegen Steuerhinterziehung gekoppelt werden. “Konditionalität ist nötig, damit das Geld nicht bloß zum Stopfen von Haushaltslöchern dient”, sagte er. Zudem bekräftigte Kurz die Forderung, dass die Empfängerländer zumindest einen Teil der Hilfen später zurückzahlen müssten. “Ich bin dafür, dass es insgesamt eine Balance zwischen Krediten und Zuschüssen gibt und dass die Zuschüsse nicht ins Unermessliche steigen” sagte er.

Österreich gehört mit den Niederlanden, Dänemark und Schweden zu den “Sparsamen Vier”, die nicht rückzahlbare Milliardenzuwendungen ablehnen und Finanzhilfen an strikte Reformauflagen knüpfen.

Zahl der Neuinfektionen in den USA erreicht neuen Höchststand

7.56 Uhr: In den USA hat die Zahl der täglich registrierten Corona-Neuinfektionen einen neuen Höchststand erreicht. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Samstagabend (Ortszeit) 66.528 Ansteckungsfälle verzeichnet. Die Zahl der Corona-Toten stieg demnach um 760 auf 134.729. Insgesamt infizierten sich nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität inzwischen 3,24 Millionen Menschen in den USA mit dem neuartigen Coronavirus.

Deutsche Bahn in der Coronakrise so pünktlich wie lange nicht

7.53 Uhr:  Zwar fahren in der Corona-Krise noch immer deutlich weniger Menschen mit der Bahn als gewöhnlich – doch die kommen so pünktlich ans Ziel wie seit Jahren nicht mehr. Im ersten Halbjahr dieses Jahres waren im Schnitt 83,5 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn pünktlich, wie der bundeseigene Konzern mitteilte. “Zur deutlich gestiegenen Pünktlichkeit hat natürlich auch die geringe Anzahl der Züge während der Coronakrise beigetragen”, hieß es. Demnach erholt sich die Auslastung im Fernverkehr nur langsam und liegt derzeit im Schnitt bei rund 30 Prozent. Zwischenzeitlich waren die Fahrgastzahlen um bis zu 90 Prozent eingebrochen.

Doch auch deutliche Fortschritte beim Baustellenmanagement, eine schnellere Instandsetzung von Zügen sowie generell weniger Störungen an der Infrastruktur hätten zu der Verbesserung beigetragen. “Größere Hallen, erweiterte Werkstätten sowie neue Behandlungs- und Abstellgleise sorgen dafür, dass die Züge schneller und besser instandgehalten und somit rascher zurück in den Betrieb geführt werden können.” Inzwischen seien zudem 49 Züge der neuen ICE-4-Reihe im Einsatz.

So pünktlich wie in den ersten sechs Monaten dieses Jahres war die Bahn eigenen Angaben zufolge zuletzt im Jahr 2008. Noch im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeitsquote im selben Zeitraum bei lediglich 77,2 Prozent. Als pünktlich gilt ein Zug, wenn er nicht mehr als sechs Minuten hinter dem Fahrplan am Ziel ankommt.

248 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

7.50 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge 248 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Coronakrise mindestens 198.804 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen meldete (Datenstand 12.7., 0.00 Uhr). In Deutschland starben den RKI-Angaben zufolge 9063 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag.

Wieder Proteste in Serbien

7.48 Uhr: Die fünfte Nacht in Folge kam es in Serbien zu Protesten gegen die Regierung und deren Corona-Politik. Vor dem Parlament in Belgrad versammelten sich Tausende von Menschen. Ähnliche friedliche Demonstrationen gab es in anderen Städten. Die Versammlungen begannen aus Verärgerung über Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung, die die Wirtschaft lähmen. Sie weiteten sich aus zu regierungskritischen Protestmärschen, auf denen der Rücktritt von Präsident Aleksandar Vucic gefordert wird. Am Freitagabend war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen, bei denen Polizeiangaben zufolge 14 Polizisten verletzt und 71 Menschen festgenommen wurden. In Serbien haben die Behörden bislang 18.073 Covid-19-Erkrankungen festgestellt und 382 damit zusammenhängende Todesfälle.

Trotz Coronakrise öffnen Teile von Disney World in Florida wieder

7.44 Uhr: Die Infektionszahlen in den USA steigen weiter rasant an. Der legendäre Vergnügungspark Disney World im US-Bundesstaat Florida öffnet dennoch wieder für Besucher. Nach vier Monaten Zwangspause wegen der Corona-Pandemie öffnete am Samstag zumindest ein Teil der Attraktionen in Orlando wieder, mehrere hundert Besucher standen Schlange. Um Besucherobergrenzen und die Abstandsregeln einzuhalten, hatten sie ihre Eintrittskarten vorab gebucht. Für den gesamten Juli sind bereits alle Tickets verkauft.

Zunächst nahmen zwei Bereiche den Betrieb wieder auf, das sogenannte Magic Kingdom und das Animal Kingdom. Am Mittwoch sollten der futuristische Themenpark Epcot und der Filmpark Hollywood Studios wieder öffnen. Die gesamte Disney World ist so groß wie der New Yorker Stadtteil Manhattan.

Um einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorzubeugen, sollte regelmäßig bei Besuchern Fieber gemessen werden. Es gilt in dem Vergnügungspark eine Maskenpflicht und überall gibt es Desinfektionsmittelspender.

Trump trägt Maske bei Besuch von Militärkrankenhaus

7.27 Uhr: Die USA sind das weltweit am meisten von der Pandemie betroffene Land. Präsident Donald Trump hat sich dennoch frühzeitg für Lockerungen der Corona-Maßnahmen ausgesprochen – und auch eine Maske lehnt er für sich selbst eigentlich ab. Nun hat er bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz getragen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Trump am Freitagabend (Ortszeit) im Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington eine blaue Schutzmaske mit dem Siegel des Präsidenten trug. Angaben des Weißen Hauses zufolge wollte Trump in dem Krankenhaus verwundete Soldaten und deren Angehörige treffen. Er wollte zudem mit medizinischem Personal zusammenkommen, dass sich in der Coronarise um Erkrankte kümmert.

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Trump sagte vor Journalisten auf dem Rasen des Weißen Hauses vor dem kurzen Hubschrauberflug nach Bethesda auf eine entsprechende Frage: “Ich werde wahrscheinlich eine Maske tragen, wenn Sie das wissen müssen.” Er fügte hinzu: “Ich finde es großartig, eine Maske zu tragen. Ich war nie gegen Masken, aber ich glaube, es gibt eine Zeit und einen Ort dafür.” In dem Krankenhaus, in dem manche Verwundete gerade erst operiert worden seien, sei eine Maske angebracht.

Trump hatte im April Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC verkündet, nach denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen wird. Er hatte aber umgehend deutlich gemacht, dass er selber keine Maske tragen werde. Trump und das Weiße Haus begründen das damit, dass der Präsident regelmäßig auf das Coronavirus getestet werde. Trump wird dennoch vorgeworfen, durch sein Auftreten ohne Maske ein schlechtes Vorbild in der anhaltenden Pandemie abzugeben.

Die Bilder aus dem Walter-Reed-Krankenhaus sind nicht die ersten, bei denen Trump eine Maske trägt. Bei einem Fabrik-Besuch im US-Bundesstaat Michigan im Mai hatte Trump bei einem Teil des Rundgangs eine Maske getragen und war dabei fotografiert worden.

Mehr als 1000 neue Todesfälle in Brasilien

7.22 Uhr: In Brasilien steigt die Zahl der festgestellten Infektionen auf 1.839.850 von 1.800.827 am Vortag. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums legt die Zahl der Todesfälle um 1071 auf 71.469 zu. Das Land ist hinter den USA weltweit am zweitstärksten von der Pandemie betroffen.

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