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Coronavirus: Welche Alltagsmaske schützt vor einer Infektion?

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Ohne Masken fliegen Nies- und Hustentropfen gut zwei Meter weit


Ohne Masken fliegen Nies- und Hustentropfen gut zwei Meter weit

Robert Poorten/ imago images

Gutsitzende Mund-Nasen-Masken halten Tröpfchen beim Niesen und Husten deutlich zurück, berichtet ein Forscherteam der Florida Atlantic University. Die Wissenschaftler hatten im Labor getestet, wie durchlässig verschiedene Maskentypen sind, wenn sie Husten und Niesen ausgesetzt werden.

Die Forscher beschränkten sich auf Alltagsmasken. Die Wirksamkeit spezieller Masken für den Einsatz im medizinischen Bereich testeten die Forscher nicht, weil diese bereits gut belegt ist und solche Masken denjenigen vorbehalten bleiben sollten, die sie wirklich brauchen, um Lieferengpässe zu vermeiden.

Laut der Analyse haben sowohl das Material als auch die Machart der Alltagsmasken einen erheblichen Einfluss auf ihre Wirksamkeit, berichten die Forscher im Fachblatt “Physics of Fluids”. Getestet wurden ein als Mund-Nasen-Bedeckung verwendetes Halstuch, eine Maske aus einem Stofftaschentuch, eine genähte doppellagige Maske aus Baumwolle und eine handelsübliche kegelförmige Maske.

Die Forscher befestigten die Masken an einer Puppe, die mit Hilfe einer Pumpe Husten und Niesen simulieren kann. Die gutsitzende, selbst genähte Maske hielt die Tröpfchen am besten zurück. Im Laborversuch flogen die Partikel nur etwa 6,6 Zentimeter weit. Etwas schlechter war die handelsübliche kegelförmige Maske. Am schlechtesten schnitt das Halstuch ab. Die Partikel verbreiteten sich fünfzehnmal so weit, also gut 1,1 Meter. Beim Husten ohne Mund-Nasen-Bedeckung flogen die Partikel allerdings mit rund 2,4 Metern deutlich weiter.

Auch vorherige Studien sprechen dafür, dass Masketragen andere vor einer Infektion schützen kann. Die Maskenpflicht könnte Zehntausende Infektionen verhindert haben. Weil Infizierte andere bereits anstecken können, bevor sie Symptome haben, reicht es nicht, die Maskenpflicht auf Menschen mit Beschwerden zu beschränken.

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion bieten jedoch auch die Masken nicht, betonen die Forscher. Je besser die Masken sitzen, umso zuverlässiger können sie potenziell infektiöse Atemtröpfchen zurückhalten. Sie sind jedoch kein Ersatz für Abstands- und Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen und in die Armbeuge niesen oder husten. Wer den Verdacht hat, sich angesteckt zu haben, sollte sich in Selbstisolation begeben und den Hausarzt oder eine der eingerichteten Corona-Hotlines informieren.

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