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DDR-Militärspion Dieter Haase: Er beantragte Sex im Knast

Richter haben beruflich mit den verschiedensten Leuten zu tun, bisweilen mit schwierigen. Befangen dürfen sie trotzdem nicht sein, schon der Anschein kann sie disqualifizieren. Wenn aber der Mensch in der Robe doch aus der Haut fahren will, weil Prozessbeteiligte es zu arg treiben? Im Verfahren gegen die rassistische Terrorgruppe NSU und ihre Unterstützer zog Richter Manfred Götzl regelmäßig die Notbremse: Pause, frische Luft.

Das Problem ist ein Dauerbrenner, schon in den Siebzigerjahren bissen Richter, Anwälte und Zuschauer gelegentlich in die Tischkante. Gerhard Mauz, studierter Psychologe und für seine einfühlsamen Gerichtsreportagen mit dem Bundesverdienstkreuz geehrter SPIEGEL-Autor, kannte natürlich die strengen Vorgaben für Richter. Dennoch schrieb er:

“Wenn die Mitglieder des 3. Strafsenats des Bayerischen Obersten Landesgerichts plötzlich die Roben schürzen und kreischend über den Angeklagten Dieter Haase, 38, herfallen würden, um ihn zu zerreißen und aufzufressen – man täte ohne Zögern mit.”