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DFB-Pokal: Eintracht Frankfurt muss gegen 1860 München als einziger Bundesligist zittern




Zwei Abwehrrecken im direkten Duell: Münchens Dennis Erdmann (links) und Frankfurts Martin Hinteregger


Zwei Abwehrrecken im direkten Duell: Münchens Dennis Erdmann (links) und Frankfurts Martin Hinteregger


Foto: Jan Huebner / imago images/Jan Huebner

In der ersten DFB-Pokalrunde hat Drittligist TSV 1860 München dem Bundesligisten Eintracht Frankfurt einen starken Kampf geliefert. Die Löwen stellten sich nicht nur hinten rein, sondern pressten effektiv – und hatten die besseren Chancen. Der 35-jährige Münchner Stürmer Sascha Mölders, dem vergangene Drittliga-Saison 15 Tore und 15 Vorlagen gelungen waren, traf mit einem Volleyschuss nur knapp am Frankfurter Tor vorbei (38.).

Erst nach der Pause spielte der Favorit aus Frankfurt einen Angriff richtig aus: Der Niederländer Bas Dost legte volley quer, sodass André Silva nur noch ins leere Tor einnicken musste (51.). Beim nächsten Tor tauschten die Stürmer die Aufgaben: Dieses Mal legte der Portugiese Silva für Dost auf, der aus nächster Nähe per Kopf vollendete (56.). 1860 kamen nach einem verwandelten Foulelfmeter von Phillipp Steinhart noch einmal zurück ins Spiel (79.), konnte aber nicht mehr ausgleichen. Zuvor hatte bereits Mölders getroffen, das Tor des Routiniers war jedoch wieder aberkannt worden.

Keinen Monat Sommerpause hatte RB Leipzig nach dem verlorenen Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain. Zur Entschädigung gab es im ersten Pflichtspiel der neuen Saison direkt ein Geschenk: Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia spielte nach nur drei Minuten einen Pass direkt in die Füße von Leipzigs Hee-chan Hwang, der im Sommer aus Salzburg gekommen war. Über Marcel Sabitzer kam der Ball zu Amadou Haidara, der den Ball von der Strafraumgrenze in die linke Ecke zirkelte (3.).

Den restlichen Spielverlauf tat sich Leipzig überraschend schwer, hatte Nürnberg den Klassenerhalt in der zweiten Liga doch erst in der Relegation erreicht. Im Sommer verpflichtete der “Club” mit Robert Klauß den Assistenten von Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann, unter dem die Nürnberger eine starke Leistung zeigten. Für eine Überraschung reichte es aber nicht, vielmehr erhöhte der Favorit noch vor einer möglicherweise spannenden Schlussphase. Wieder war Hwang beteiligt, der diesmal vom rechten Flügel in den Rückraum passte: Yussuf Poulsen schob ein (67.). Hwang selbst sorgte dann für den Endstand (90.).

Die spannendste Entwicklung in Köln spielte sich bereits vor der Partie ab. FC-Stürmer Jhon Cordoba bat Trainer Markus Gisdol darum, nicht von Anfang an zu spielen, weil er in Verhandlungen mit einem anderen Verein sei. Das sagte Gisdol vor der Partie bei Sky. Doch auch ohne den besten Kölner Torschützen der vergangenen Saison – 13 Tore hatte er erzielt – schossen die Kölner den Regionalligisten aus Altglienicke ab. Die Partie fand in Köln statt, weil sich die meisten Amateurklubs ohne ein ausverkauftes eigenes Stadion gezwungen sahen, das Heimrecht zu tauschen.

Ohne Stürmer erzielten mit Kapitän Jonas Hector (17.), Elvis Rexhbecaj (36., 63.), Salih Özcan (69.) und Dominick Drexler vier Mittelfeldspieler sowie mit Rafael Czichos (43.) ein Verteidiger die Tore. Altglienicke wurde ebenfalls gefährlich, verpasste den Ehrentreffer aber mehrmals knapp. Erst spielte Kölns Jorge Meré einen Rückpass vor der Pause an Torhüter Timo Horn, dann aber auch knapp am Tor vorbei (38.). Dann wehrte Horn einen Schuss aus kurzer Distanz von Tolcay Cigerci mit dem Fuß klasse zur Seite ab (52.).

Die Pokal-Premiere für Union Fürstenwalde begann vielversprechend: Der Regionalligist aus Brandenburg ging bereits nach neun Minuten gegen den VfL Wolfsburg in Führung. Stürmer Darryl Geurts verwandelte einen Foulelfmeter für den Außenseiter. Zuvor hatte ausgerechnet Wolfsburg Debütant Maxence Lacroix an der Strafraumecke gefoult. Doch die Führung hielt nicht lange: João Victor schob erst einen Abpraller im Nachsetzen hinter die Linie (23.) und erzielte danach die Führung (29.).

In der zweiten Hälfte setzt Yannick Gerhardt den Ball durch die Beine des Keepers ins Tor (60.), wirklich freuen konnte er sich aber offenbar nicht. Vielmehr schienen die Wolfsburger unzufrieden mit ihrer Leistung, hatte der Viertligist die Partie doch so lange offen gehalten. Josuha Guilavogui verlängerte eine Hereinhabe von Gerhardt per Kopf zum Endstand (77.).

Auch der FC Augsburg wurde seiner Favoritenrolle gegen den Oberligisten Eintracht Celle gerecht. Den Anfang machte Ruben Vargas, der von Florian Niederlechner hinter die Abwehr geschickt worden war. Der Schweizer verwandelte lässig (20.). Zehn Minuten später traf Daniel Caligiuri bei seinem Pflichtspiel-Debüt für den FCA zum 2:0. Im Sommer war er ablösefrei von Schalke gekommen.

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Kurz nach der Pause waren die Verhältnisse endgültig geklärt: Alfred Finnbogason (47.), Niederlecher (57.) und André Hahn (66.) erhöhten zum 5:0. Der eingewechselte Fredrik Jensen schaffte in der Schlussphase noch ein Doppelpack (88./90.).

Wenn Borussia Mönchengladbach in der ersten Pokalrunde in Bremen antritt, gibt es ein Schützenfest: In der Saison 2018/2019 hatte die Borussia gegen den BSC Hastedt 11:1 gewonnen. Und auch gegen den FC Oberneuland hielt sich der Bundesligist schadlos. Mit einem Doppelschlag eröffnete Patrick Herrmann den Torreigen (13., 14.), noch vor der Pause entschieden Jonas Hofmann (19.), Ramy Bensebaini (25.) und Nico Elvedi (35.) die Partie, die eigentlich nie offen gewesen war. In der zweiten Hälfte traf Neu-Nationalspieler Florian Neuhaus doppelt (52., 84.), dazwischen war auch noch Ibrahima Traoré erfolgreich (76.).

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