Die aktuellen Risikogebiete
:
Diese NRW-Städte haben die höchsten Corona-Zahlen



Infos
So schützen Sie sich vor dem Coronavirus
Foto: dpa/Arne Dedert

Düsseldorf Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen stark. In Nordrhein-Westfalen gibt es immer mehr Hotspots – Düsseldorf zählt dazu, Leverkusen, Remscheid, der Kreis Mettmann. Ein Überblick, welche Städte in NRW derzeit besonders betroffen sind.

Nordrhein-Westfalen hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. In zahlreichen NRW-Städten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz (also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) derzeit über 50 (Stand: 17. Oktober 2020). Bei Werten ab 50 müssen die Behörden in NRW zwingend weitergehende Regeln für das öffentliche Leben erlassen. Zudem gelten Einschränkungen für Reisen Kostenpflichtiger Inhalt in die meisten Bundesländer.

Gegenüber dem Vortag stieg die Zahl der Neuinfektionen in NRW laut Robert-Koch-Institut (RKI) um 1889 auf 88.204. An den Wochenenden sind die amtlich gemeldeten Zahlen auf Grund der Personalkapazitäten in den Laboren und Gesundheitsbehörden meist niedriger.

In der RKI-Grafik mit täglich zunehmenden roten Warnfeldern gibt es inzwischen sogar einen dunkelroten Hotspot. Herne lag am Samstag bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz mit 115,7 an der Spitze in NRW. Auch Wuppertal kratzte mit 98,2 bereits an der 100er-Schwelle.

  • Aachen 78,3
  • Bochum 57,4
  • Bielefeld Die Zahlen sind am Freitag über die kritische Marke gestiegen. Bielefeld liegt jetzt bei 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche. Damit gelten zunächst die strengeren Regelungen der Landesregierung für Corona-Hotspots. Die Stadt hatte bereits die Bundeswehr um Amtshilfe gebeten, um das Gesundheitsamt bei der Nachverfolgung von Kontakten bei Neuinfizierten zu entlasten.
  • Dortmund: 60,5. Am Donnerstag hatte die Stadt mit einem Wert von 50,7 die kritische Marke von 50 Neuinfektionen überschritten.
  • Duisburg 82,6
  • Düsseldorf Am Samstag lag die Zahl laut RKI bei 63,8, das städtische Gesundheitsamt meldete am Freitag sogar noch höhere Zahlen. Die Stadt Düsseldorf gilt seit dem 13. Oktober als Risikogebiet. Gastronomen müssen fortan ab 1 Uhr schließen, in der Öffentlichkeit dürfen sich maximal fünf Personen treffen. Zwar gebe es kleinere Hotspots, die den Anstieg zum Teil erklären könnten, sagte Klaus Göbels, Leiter des Gesundheitsamtes. Zum Beispiel im Luisenheim in Eller, wo mehr als 30 Mitarbeiter und Bewohner an Covid-19 erkrankten. Zudem sei eine Familienfeier in Düsseldorf bekannt, bei der es eine „gewisse Häufung“ gegeben habe.
  • Essen Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Ruhrgebietsmetropole liegt am Samstag bei 57,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner.
  • Gelsenkirchen 88,2
  • Hagen In Hagen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 53,5. Auch dort gelten verschärfte Corona-Regeln.
  • Hamm Die Stadt meldet die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell 85,0. Bereits seit Ende September gelten in der Stadt verschärfte Corona-Regeln, unter anderem müssen Schüler und Lehrer an weiterführenden Schulen im Unterricht wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet werden kann. Als Auslöser für den Corona-Ausbruch in Hamm gilt eine Großhochzeit, die nach Erkenntnissen der Behörden mehr als 200 Infektionen nach sich gezogen hat.
  • Herne Es gab in den vergangenen Tagen einen massiven Anstieg: Die Ruhrgebietsstadt kommt nun auf einen Wert von 115,7.
  • Köln In der Millionenstadt am Rhein stieg die Sieben-Tage-Inzidenz zu Freitag auf 78,7. Es gilt unter anderem eine Maskenpflicht.
  • Kreis Düren Die 50er-Marke wurde erreicht, am Samstag gab es 54,0 Neuinfektionen.
  • Kreis Olpe Auch hier ist die Inzidenz in den vergangen sieben Tagen gestiegen und liegt bei 63,5.
  • Kreis Warendorf Hier ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf 52,6 gestiegen.
  • Leverkusen Die Stadt fällt ebenfalls in die Kategorie Risikogebiet. Am Samstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 68,4. Seit Donnerstag müssen die Bürger auf öffentlichen Veranstaltungen wie Kino und Theater auch auf ihrem Sitzplatz Masken tragen.
  • Kreis Mettmann Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 68,8.
  • Mülheim an der Ruhr: Am Samstag vermeldete das RKI für Mülheim einen Wert von 66,2.
  • Kreis Recklinghausen Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis liegt bei einem Wert von 84,2.
  • Remscheid Die Stadt im Bergischen Land weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 58,4 auf – zwischenzeitlich war er auf deutlich über 70 angestiegen. Nach Angaben der Stadt hatten zunächst Rückkehrer aus Risikogebieten für einen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt. Inzwischen sei ihr Anteil an den Neuinfektionen aber gering. Auch in Remscheid gelten verschärfte Corona-Regeln, einen Überblick finden Sie hier.
  • Solingen Es gibt 79,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Dabei ist das Infektionsgeschehen nach Angaben aus dem Rathaus weiterhin diffus. Es gelten in der Stadt bereits neue Regeln, wie eine Maskenpflicht in der Fußgängerzone. „Die Menschen stecken sich in ihrem Alltag an: in ihren Familien, im Verein, beim Friseur. Hotspots gibt es nicht“, sagte eine Stadtsprecherin, die parallel von einer Reihe von Infektionen berichtete, die sich offenbar kurz vor Beginn der Herbstferien in verschiedenen Schulen ereignet hatten.
  • Kreis Unna Unna verzeichnet am eine Sieben-Tage-Inzidenz von 53,7.
  • Wuppertal Seit Ende September sind die Zahlen in Wuppertal gestiegen, am Samstag auf 98,3. Als ein zentrales Ereignis werde dabei eine Garagenparty von Studenten gesehen, bei der mehr als 50 Personen gefeiert hätten.

Hinweis: Die hier genannnten Zahlen stammen vom Robert-Koch-Institut (RKI) und sind auch Basis unserer Grafiken. Sie können von den Zahlen der örtlichen Gesundheitsämter abweichen, die sich in einigen unserer Artikel finden. Die Städte und das RKI erheben ihre Werte zu verschiedenen Zeitpunkten.