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Donald Trump hetzt erneut gegen Gouverneurin Whitmer

Bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag im Bundesstaat Michigan hat Donald Trump seine Anhänger erneut gegen die dortige Gouverneurin Gretchen Whitmer aufgestachelt. “Ihr müsst eure Gouverneurin dazu bringen, euren Staat zu öffnen”, rief Trump seinen Fans zu. Die antworteten mit einem Trump-Slogan aus dem Wahlkampf 2016: “Sperrt sie ein!” Trump korrigierte die Forderung daraufhin mit einem: “Sperrt sie alle ein!”

Die erneuten Zündeleien des US-Präsidenten sind besonders brisant, da in Michigan jüngst eine Gruppe Extremisten aufgeflogen ist, die die Entführung der Gouverneurin geplant hatte. Das FBI hatte zuvor teils verdeckt ermittelt und vergangene Woche mehr als ein Dutzend Verdächtige festnehmen lassen. Sie sollen außerdem einen Sturm auf das Parlament in Lansing geplant haben.

Bereits im Mai hatten sich mehrere Bewaffnete Zugang zum Parlamentsgebäude in Lansing verschafft – vorangegangen waren Tweets Trumps mit Parolen wie “Befreit Michigan!” und scharfer Kritik an Gretchen Whitmer.

Mit Blick auf seine Ermittlungsbehörden meinte Trump: “Ich glaube, sie sagten, sie wurde bedroht” und gab sich dann empört, weil Gretchen Whitmer ihn für das Komplott mitverantwortlich macht. “Und sie hat mir die Schuld gegeben”, sagte Trump.

Whitmer warf Trump bereits früher vor, in der Corona-Pandemie die Leute aufzuhetzen. Nach den jüngsten Äußerungen Trumps schrieb Whitmer bei Twitter: “Das ist genau die Rhetorik, die mein Leben sowie das meiner Familie und anderer Regierungsbeamter in Gefahr gebracht hat. Es muss aufhören.”

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