Spiegel

Donald Trump Junior will nach oben und fordert Schwester Ivanka heraus

Zu den Konstanten der Familie Trump gehört, dass sich viele Ränkespiele und Eifersüchteleien auf offener Bühne abspielen. Mitte Juni sitzt Donald Trump Jr im Weißen Haus, anlässlich des Vatertags in den USA. Der 42-Jährige wirkt wie der Reporter einer Schülerzeitung, der sein Glück nicht fassen kann, den amerikanischen Präsidenten interviewen zu dürfen. Der Blick des Sohnes flattert, er lacht nervös. Auf seinem Schoß liegen – sorgfältig eingeschlagen in ein graues Etui – die vorbereiteten Fragen.

Er habe, sagt Don Jr, heute die einmalige Chance, den mächtigsten Vater der Welt zu interviewen. Deswegen werde er gleich zu Beginn eine Frage stellen, die nicht nur seine Zuschauer beschäftige, sondern ihn ganz persönlich. Er führt die rechte Hand zur Brust und sagt: “Wie heißt dein Lieblingskind, und warum ist es Ivanka?”

Donald Trump blickt vergnügt zu seinen Beratern – “Gescheites Kerlchen”, witzelt er. Dann sagt er zu seinem Sohn, der ihn mit einer Mischung aus Heiterkeit und banger Erwartung anblickt: “Ich mag alle gleich. Zu 100 Prozent!”