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Donald Trump: Republikaner wollen Medien von Kandidatenkür ausschließen

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Nominierung Donald Trumps ohne Medien:


Nominierung Donald Trumps ohne Medien: “Unkluge Entscheidung”


Foto: Drew Angerer/ Getty Images

Bereits im Wahlkampf 2016 schoss sich Donald Trump auf die Medien ein. Seither hat sich das Verhältnis des US-Präsidenten immer weiter verschlechtert. Renommierte Redaktionen wie die “New York Times” oder der Sender CNN werden besonders oft angegriffen. Nun sollen Medienvertreter vom für Ende August angesetzten Parteitag der Republikaner ganz ausgeschlossen werden.

Als Begründung für den Ausschluss wird die Coronakrise genannt, wie etwa die “Arkansas Democrat Gazette“, CNN und andere US-Medien unter Berufung auf Sprecher des Nominierungsparteitags berichten. Die Parteiversammlung findet vom 24. bis 27. August in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina statt. Dort soll Trump offiziell zum Kandidaten der Republikaner für die Präsidentschaftswahl am 3. November gekürt werden.

Die Abstimmung soll laut CNN teilweise im Internet übertragen werden. Trump wird in Charlotte wohl keine offizielle Ansprache halten. Laut der “Arkansas Democrat Gazette” wird Trump am 27. August in einer Rede, deren Umstände noch nicht geklärt seien, seine Nominierung annehmen.

“Unkluge Entscheidung”

Der Vorsitzende der Korrespondentenvereinigung des Weißen Hauses bezeichnete den Schritt, die Versammlung für die Presse zu schließen, als “unkluge Entscheidung” und forderte die Republikaner dazu auf, “es sich noch einmal zu überlegen”. “Die Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten einer großen Partei ist in hohem Maße Sache des amerikanischen Volkes”, sagte Zeke Miller.

Eine Sprecherin des Nominierungsparteitages sagte dagegen dem Sender NBC: “Angesichts der im Staat North Carolina gültigen gesundheitsbedingten Restriktionen und Beschränkungen planen wir, dass die (Parteitags-)Arbeit in Charlotte vom Freitag, 21. August, bis zum Montag, 24. August, für die Presse nicht zugänglich ist.” Zuvor war wegen der Corona-Pandemie bereits ein Parteitag in Jacksonville in Florida abgesagt worden. Wegen der Infektionsgefahr senkten die Republikaner auch die Anzahl der Delegierten von 2550 auf 336.

Die Demokraten, die den früheren Vizepräsidenten Joe Biden zum Kandidaten küren wollen, gehen ähnlich vor. Sie verschoben ihren Nominierungsparteitag in Milwaukee wegen der Corona-Pandemie um gut einen Monat. Zu dem Treffen vom 17. bis 20. August werden der “New York Times” zufolge nun nur 300 Delegierte – und Journalisten – erwartet.

Präsident Trump selbst setzt derweil seinen Kampf gerade gegen ihm unliebsame neue, soziale Medien fort. Nachdem Teenager, die sich via TikTok koordinierten, eine Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten in Tulsa sabotiert haben sollen – Trump redete vor leeren Reihen -, will er die beliebte Plattform in den USA nun verbieten. Eine Entscheidung darüber solle Sonntag oder Montag fallen, kündigte sein Berater Peter Navarro im Sender Fox News an. Die US-Regierung hat Sicherheits- und Datenschutzbedenken gegen die vor allem bei jungen Menschen beliebte App.

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