Spiegel

Donald Trump: Was steht im neuen Buch von Bob Woodward?

An einer Stelle in Bob Woodwards “Rage” tut Donald Trump etwas, das man von ihm nicht gewohnt ist: Er gibt einen Fehler zu. “Furcht”, Woodwards vor zwei Jahren erschienenes erstes Buch über die Trump-Regierung, sei zwar abscheulich gewesen, zitiert der Autor den Präsidenten. “Aber das war mein Fehler.” Er hätte Woodward ja gern getroffen, führt Trump aus. “Doch man sagte mir nicht, dass Sie angerufen hatten.”

Diesmal wollte der Präsident es anders machen. Wohl in dem Glauben, den berühmten Journalisten von Angesicht zu Angesicht betören zu können, stellte Trump sich ihm in den vergangenen Monaten für eine Reihe persönlicher Gespräche zur Verfügung. Die Interviews, von denen Woodward einige auf Band aufzeichnete, bilden die Grundlage für “Rage” (Wut, Zorn oder Furor), den zweiten Großbericht des Autors über das Weiße Haus unter Trump.

Ein Präsident, der mit Despoten turtelt und die Öffentlichkeit täuscht

Auf 480 Seiten entsteht das Bild eines narzisstischen, in der Sache planlosen Präsidenten, der mit Despoten turtelt und die Öffentlichkeit auch in Angelegenheiten von Leben und Tod täuscht. Beunruhigend, ganz bestimmt, doch nach bald vier Jahren Trump-Präsidentschaft nicht überraschend. Zugleich wirft das Buch – ohne sie anzusprechen – die Frage nach der Bedeutung und Tragweite politischer Skandale im Weißen Haus auf. Es ist eine Frage, die sich an einem Beispiel besonders gut studieren lässt: der Laufbahn des Autors.