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Einigung in NRW: Bundesliga und Amateursport wieder mit Zuschauern


Einigung in NRW
:
Bundesliga und Amateursport wieder mit Zuschauern



Fußballspiele vor ganz vor leeren Rängen – diese Zeiten sind vorerst vorbei.
Foto: dpa/Tom Weller

Düsseldorf Tausende Fans dürfen zurück in die Stadien. Die Lockerung gilt auch für den Amateursport
in NRW. Die Landes-SPD kritisiert die Ungleichheit zwischen Regional- und Bundesliga.

Bundesliga-Spiele können ab sofort wieder mit Tausenden Zuschauern stattfinden. Auf eine entsprechende Regelung, die auch für andere Teamsportarten und den Amateursport in NRW gilt, einigten sich am Dienstagabend alle 16 Bundesländer. Demzufolge dürfen ab dem 16. September bei Sportveranstaltungen und Wettbewerben wieder mehr als 300 Zuschauer anwesend sein, sofern ein Infektionsschutzkonzept vorgelegt wird. Die Bundes-Regelungen sollen zunächst nur probeweise für sechs Wochen gelten, um zu überprüfen, wie sie sich auf das Infektionsgeschehen auswirken. Bei mehr als 1000 Zuschauern kann in der Regionalliga künftig maximal ein Drittel der Fans wieder dabei sein, in der Bundesliga 20 Prozent, wie die Düsseldorfer Staatskanzlei mitteilte.

„Sportveranstaltungen leben von der Unterstützung der Fans, von der Atmosphäre mit Publikum – das gilt sowohl für Bundesligaspiele als auch für den Amateur- und Breitensport“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Deshalb habe die Landesregierung sich im Länderkreis für eine zügige, einheitliche Lösung zu bundesweiten Sportveranstaltungen eingesetzt. Die Infektionszahlen ließen es zurzeit zu, mehr gesellschaftliches Leben zu ermöglichen, hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zuvor im WDR die Lockerungen begründet.

SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty kritisierte die unterschiedlichen Regelungen für Bundes- und Regionalliga: „Mit dieser Entscheidung droht das Chaos, das angesichts der Ankündigungen in der vergangenen Woche zu befürchten war.“ Die unterschiedlichen Bemessungsgrößen für Bundes- und Regionalligisten zögen eine Ungleichbehandlung der Sportvereine in NRW nach sich, die in dieser Form kaum haltbar sein könne. Manch ein Zweitligist werde so eventuell vor weniger Zuschauern auflaufen dürfen als ein Regionalligist.

Im einzelnen gelten für die Bundesliga folgende Regeln: Es werden nur dann Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn pro 100.000 Einwohner am Austragungsort nicht mehr als 35 Neuansteckungen binnen einer Woche gemessen werden (Sieben-Tage-Inzidenz). Das Abstandsgebot von 1,5 Metern muss eine Entzerrung der Besucherströme bei Ein- und Auslass und durch ein Verbot des Ausschanks und Konsums von Alkohol gewährleistet werden.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Einnehmen des Sitz- oder Stehplatzes ist Pflicht. Auch muss für ausreichende Lüftung der Veranstaltungsorte gesorgt sein. Die zulässige Zuschauerzahl wird für jeden Austragungsort individuell bestimmt.

Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach ist, das hatte Sportdirektor Max Eberl zuletzt betont, auf alle Szenarien vorbereitet. Die Konzepte für verschiedene Fan-Zahlen seien erarbeitet, nun gehe es darum, sie nach den neuen Vorgaben mit Leben zu füllen. „Wir werden uns mit den zuständigen Behörden zusammensetzen und prüfen, wie wir unsere Konzepte umsetzen können. Wir werden dann so schnell wie möglich der Öffentlichkeit und den Fans mitteilen, was möglich ist“, sagte ein Sprecher. Beim Pokalspiel gegen Oberneuland waren erstmals seit dem 7. März, als der Borussia-Park gegen Borussia Dortmund noch ausverkauft war, Fans im Stadion. 300 Zuschauer waren zugelassen.