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England: Zehnjähriger Junge sammelt 40.000 Pfund für Hospiz


200 Nächte im Zelt

Zehnjähriger Junge sammelt 40.000 Pfund für Hospiz

Sein Nachbar schenkt ihm ein Zelt, kurze Zeit später stirbt der Mann: Weil ein Junge aus England Angst um die Finanzen eines Hospizes hat, sammelt er Spenden – indem er seit Monaten im Garten übernachtet.




Max Woosey vor seinem


Max Woosey vor seinem “Zimmer”


Foto: RACHAEL WOOSEY / via REUTERS

Max Woosey ist ein zehn Jahre alter Junge aus dem Dorf Braunten im Süden Englands, in der Nähe des Bristolkanals. Anfang des Jahres hat ihm sein Nachbar Rick ein Zelt geschenkt. Der Mann sagte zu ihm: “Max, du musst mir versprechen, dass du darin ein Abenteuer haben wirst.”

Rick, 74 Jahre alt, hatte Krebs, genauso wie seine Frau Sue. Vor dem Tod des Paares wurden die beiden von Mitarbeitern des Hospizes North Nevon betreut.



Max Woosey in seinem Zelt

Max Woosey in seinem Zelt


Foto: Rachel Woosey / REUTERS

Max schläft seit Ende März im Zelt im Garten seiner Eltern. Schon mehr als 200 Tage sind das jetzt. Max tut das nicht einfach nur so, sondern weil er mit seiner Aktion Geld für das Hospiz sammeln will. Er dachte, es könnte wegen des Coronavirus in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Denn wegen der Pandemie wurde alle Aktionen zum Spendensammeln abgesagt.

Eigentlich wollte Max nur 100 Pfund sammeln, doch inzwischen hat er laut der Nachrichtenagentur Reuters und “The Times” bereits 40.000 Pfund zusammen. Das sind ungefähr 52.000 Euro.

Rick sei ein toller Mann gewesen, sagte Max Reuters. Er sei sehr fit gewesen und mochte die Natur.



Schon 40.000 Pfund gesammelt

Schon 40.000 Pfund gesammelt


Foto: RACHAEL WOOSEY / via REUTERS

Die größten Probleme, mit denen Max in seinem Zelt konfrontiert worden ist, waren ein Ameisenhaufen (lauter rote Stellen am Körper) und das Wetter (einmal riss ein Sturm das Zelt in der Nacht um und es musste ersetzt werden). Aber das Tollste sei, mal den Eltern zu entkommen, sagte Max der BBC.

“Ich will ein Jahr im Zelt übernachten und dann mal schauen, wie es weitergeht”, sagte Max. Seine Mutter findet die Idee nicht so toll. Aber Max will weitermachen.

Sein Engagement erinnert an Landsmann Tom Moore. Der 100 Jahre alte Weltkriegsveteran hatte 33 Millionen Pfund für den chronisch unterfinanzierten staatlichen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Moore wurde von der Queen zum Ritter geschlagen, er schaffte es ins Guinnessbuch der Rekorde, und nun soll sein Leben verfilmt werden.

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