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„Erst bei 80 Prozent“: Darum traut Vogts Roses Borussia noch mehr zu

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„Erst bei 80 Prozent“
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Darum traut Vogts Roses Borussia noch mehr zu



Bertio Vogts (73) ist Borussias Rekordspieler.
Foto: dpa/Patrick Seeger

Exklusiv Mönchengladbach Der Ur-Borusse und Ex-Bundestrainer Berti Vogts hat eine hohe Meinung vom Gladbacher Trainer Marco Rose und ist mit der Saison sehr zufrieden. Er sieht die Borussen aber erst bei 80 Prozent.

Herr Vogts, wie hat Ihnen Borussias Saison gefallen?

Vogts Ich bin sehr, sehr beeindruckt. Es ist klasse, was Trainer Marco Rose und sein Trainerteam aufgebaut haben. Die Art und Weise, wie Borussia spielt, zeigt den anderen Klubs: Hey, wir sind wieder da! Die Konkurrenz fährt wieder mit größtem Respekt zum Niederrhein.

Was macht Rose aus?

Vogts Es gefällt mir, wie er mit der Mannschaft umgeht. Er sieht offenbar genau, welche Spieler sich im Training anbieten. Das erinnert mich an unseren Meistertrainer Hennes Weisweiler. Auch bei ihm konnte sich keiner auf einem guten Spiel ausruhen, sondern musste sich immer neu beweisen. Zufriedenheit gab es nicht. Wir wollten immer mehr. So wie Rose es seinen Spielern vorlebt und sie es offenbar umsetzen. Jeder muss immer um seinen Platz kämpfen. Das macht ein Team stark.



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Foto: Horstmüller

Es ist eine Frage der Einstellung? Hat er Bayerns Mia-san-Mia nach Gladbach gebracht?

Vogts Rose hat Gladbach eine ganz andere Richtung gegeben. Er hat das Team auf Erfolg getrimmt. Die Spieler glauben daran, dass sie viel erreichen können. Darum waren sie auch da, als es darauf ankam. Man hat sogar bei den Niederlagen gesehen, dass immer alles gegeben wurde. Außerdem haben die Borussen nie aufgesteckt. Auch nach dem Europa-League-Aus, das enttäuschend war, haben sie weitergemacht und ihre Ziele verfolgt. So macht das ein Spitzenteam.

Max Eberl hat die Champions-League-Teilnahme „wie einen Meistertitel“ eingeordnet. Was ist künftig für Borussia drin?

Vogts Borussia ist schon jetzt fest etabliert im oberen Tabellendrittel. Das ist ein großer Erfolg. Es würde mir gefallen, wenn die Borussen jetzt in die Offensive gehen und sagen: Wir greifen weiter an. Wichtig wäre, den sehr guten Kader gezielt mit Topspielern zu verstärken, um dann zu sagen: Wir schauen mal, wie weit nach oben es noch geht. Die Bayern sind weit weg, aber warum sollte man nicht trotzdem sagen: Wir können sie ärgern. Dortmund und Leipzig sind trotz der größeren Möglichkeiten nicht uneinholbar. Ich glaube, Borussia ist erst bei 80 Prozent. Da geht noch mehr.