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Ex-Stürmer Beister vor Pokalduell: „Die Zeit bei Fortuna war prägend“


Ex-Stürmer Beister vor Pokalduell
:
„Die Zeit bei Fortuna war prägend“



15. Mai 2012: Maxi Beister bejubelt das 1:0 gegen Hertha BSC.
Foto: rp/Laci Perenyi

Ingolstadt Maximilian Beister hatte entscheidenden Anteil am Fortuna-Aufstieg 2012. Mittlerweile spielt er für den FC Ingolstadt und trifft am Samstag im Pokal auf seinen Ex-Klub. Im Gespräch erklärt er, wie gerne er für Fortuna gespielt hat.

25 Sekunden sind im Relegations-Rückspiel gespielt, als Maximilian Beister seine Fortuna gegen Hertha BSC in Führung schießt. Die Stimmung in der Düsseldorfer Arena explodiert. Die Partie wird als Skandalspiel durch einen verfrühten Platzsturm in die Fußball-Geschichte eingehen, Fortuna erst am Grünen Tisch die Bundesliga-Rückkehr endgültig feiern können.

Für Beister ist es dennoch der Höhepunkt seiner zweijährigen Leihe vom Hamburger SV zur Fortuna. Er kehrt zum HSV zurück, wird dort aber nicht wirklich glücklich. Nach Stationen bei Mainz 05, 1860 München, Melbourne Victory und dem KFC Uerdingen spielt der heute 30-Jährige nun für den Drittlgisten FC Ingolstadt.

Am Samstag (18.30 Uhr, Live-Ticker) trifft er in der ersten Runde des DFB-Pokals auf Fortuna. Wir sprachen mit ihm über den Pflichtspielstart, seine Zeit bei Fortuna und seine Ziele in der kommenden Saison. Maximilian Beister über…

…die Situation vor dem Pokalspiel: „Für uns war es keine optimale Vorbereitung. Es ist ja kein Geheimnis, dass wir mit Corona zu kämpfen hatten. Wir hatten wenig Training, wenig Spiele, aber ich glaube, dass gerade ein Pokalspiel jetzt etwas Gutes für uns sein kann. Denn trotz der Umstände können wir als Außenseiter befreit in dieses Spiel gehen.“

…den psychologischen Vorteil: „Fortuna ist auf dem Papier der Favorit, sie müssen die nächste Runde erreichen. Wir können das Spiel nutzen, um alles aus den vergangenen Wochen zu vergessen und dem Favoriten ein Bein zu stellen – genau so, wie man es eben aus dem Pokal kennt. Wir sind der Underdog und können mit viel Mut an die Sache gehen.“

…das bittere Ende der vergangenen Saison: „Das Pokalspiel hat gar nichts mehr mit der alten Saison zu tun. Das ist passé. Ich will mich mit der alten Saison gar nicht mehr befassen.“

…die Corona-Fälle in Düsseldorf: „Ich würde sagen, Fortuna hat es nicht so schlimm erwischt wie uns. Fortuna hat früher mit dem Training begonnen und das eine oder andere Testspiel mehr machen können. Aber es ist Pokal: Du hast nur dieses eine Spiel. Da kommt es auf die Tücken der Vorbereitung vielleicht gar nicht so sehr an.“

…seine Kontakte zur Fortuna: „Ich stehe noch regelmäßig im Austausch mit einigen Leuten – mit Uwe Klein, Jens Langeneke, mit dem Aufsichtsrat. Die Kontakte sind noch gut, die Freundschaften sind erhalten geblieben.“

…seine Zeit in Düsseldorf: „Die zwei Jahre waren eine wunderschöne Zeit für mich – mit der Krönung, dem Aufstieg. Das hatte uns keiner so zugetraut. Es war ein gutes Beispiel dafür, was man als Kollektiv alles schaffen kann. Die Möglichkeiten des Vereins waren begrenzt, wir waren auch nicht die filigranste Truppe. Uns musste man erstmal bekämpfen, wir waren immer eine geschlossene Einheit. Wir haben aus unserer Emotion zum Spiel heraus auch richtig guten Fußball entwickelt. Die Zeit war prägend – nicht nur fußballerisch, sondern auch für das Privatleben. Ich habe viele Dinge mitgenommen.“

…das, was er an Düsseldorf vermisst: „Ich habe das Leben im Rheinland immer als sehr angenehm empfunden – unabhängig davon, ob es in Düsseldorf oder in Krefeld war. Ich habe mich schnell dort wohl und heimisch gefühlt. Ich freue mich immer auf die Zeit im Rheinland, wenn ich dort Freunde besuche.“

…seinen Abschied von Fortuna: „Für mich war das Sportliche entscheidend. Ich wollte langfristig in der ersten Liga spielen und habe den HSV als beste Option gesehen. Das war der Grund, warum ich gegangen bin.“

…Fortunas Entwicklung: „Ich verfolge den Verein kontinuierlich und schaue immer, was da so passiert. Die zwei Jahre in der Bundesliga sind als Erfolg einzustufen – auch wenn es ein bitteres Ende gab. Es wurde sehr gute Arbeit geleistet. Jetzt gibt es einen Umbruch. Das kann den Anfang einer Saison erschweren. Man wird sehen, wie schnell das Team zusammenfindet.“

…Spiele gegen Ex-Klubs: „Auf dem Platz ist das zweitrangig, das nimmt man dann nicht mehr so wahr. Nach dem Spiel setzt man sich dann gerne noch mit dem einen oder anderen zusammen und quatscht. Aber während der 90 Minuten tangiert mich das gar nicht.“

…die Ziele in Ingolstadt: „Wenn man sieht, wie knapp wir gescheitert sind, ergibt es sich ja fast von selbst, dass wir es den entscheidenden Tick besser machen und einen der ersten beiden Plätze belegen wollen. Das Ziel für uns alle ist es, den kleinen Schritt mehr zu machen, den wir im vergangenen Jahr verpasst haben.“