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Fairplay in der Oberliga: Stuttgarter Kickers schießen Eigentor

Die Stuttgarter Kickers erzielten gegen den FC Nöttingen ein absichtliches Eigentor. Aber wieso? Nach einem Einwurf der Kickers und dem anschließenden Angriff resultierte das 2:0 durch Christian Giles. Das Tor zählte zunächst, aber die Nöttinger protestierten.

Kickers-Trainer Ramon Gehrmann befragte den Schiedsrichter, der signalisierte, dass der Ball vor dem Einwurf absichtlich ins Aus gespielt wurde. Gehrmann forderte daraufhin seine Mannschaft auf, ein Eigentor zu erzielen. Mittelfeldspieler Lukas Kling führte den Auftrag aus.

Trainer Gehrmann kommentierte die bemerkenswerte Szene nach dem Spiel: “Ich bin katholisch. Und da oben gibt es ein Konto, wo man abheben und einzahlen kann.” Der Sportliche Leiter Lutz Siebrecht ergänzte: “Das ist etwas Einmaliges. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Hut ab, wie Trainer und Mannschaft das entschieden haben.” Nöttingens Trainer Marcus Wenninger sprach von einer “großen Geste der Kickers”.

Doch so ganz einig waren sich Trainer und Spieler zunächst nicht, gestand Gehrmann. “Viele meiner Spieler hatten den Eindruck, der Ball sei versprungen und gar nicht absichtlich ins Aus gespielt worden”, sagte der Trainer. “In der Halbzeit hatte nicht jeder Verständnis für die Aktion.” Am Ende herrschte dann Einigkeit, die Kickers gewannen 4:1 (2:1) und stehen nach zwölf Spieltagen auf Platz zwei der Tabelle. Nöttingen ist Vierter.

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