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FC Santos und Robinho setzen Vertrag aus

Unter dem Druck von Sponsoren und Fans ist der Vertrag zwischen dem FC Santos und dem wegen des Vorwurfs der Gruppenvergewaltigung erstinstanzlich verurteilten brasilianischen Fußballspieler Robinho nach nur rund einer Woche ausgesetzt worden. Der Spieler solle sich ganz auf seine Verteidigung konzentrieren können in dem Prozess, der in Italien läuft, hieß es in einer Mitteilung auf der Vereinshomepage am Freitagabend (Ortszeit). Eine mögliche Auslieferung nach Italien droht Robinho theoretisch erst dann, wenn das Urteil in allen Instanzen rechtskräftig ist.

Zé Roberto “schockiert”

Das brasilianische Sportportal “Globoesporte” hatte am Freitag den Inhalt von Audiodateien mit weiteren Details und expliziten Aussagen veröffentlicht, die die italienische Justiz für das Urteil gegen Robinho verwendet haben soll. Der ehemalige Bundesligaprofi Zé Roberto zeigte sich im brasilianischen Sportfernsehen “schockiert” von den Aussagen, die seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen zugeschrieben wurden.

Robinho war im November 2017 in Italien zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der Ex-Spieler der AC Mailand habe 2013 zusammen mit fünf anderen eine Frau in einer Disco der norditalienischen Metropole vergewaltigt, urteilte ein Gericht in Mailand. Bei der Vergewaltigung sollen sie die Frau betrunken und wehrlos gemacht haben. Der Verteidiger des Spielers kündigte damals an, die Verurteilung anzufechten.

Mehrere Sponsoren übten Druck aus

In einem Schreiben der Anwälte, aus dem “Globoesporte” am Freitag zitierte, wies Robinho die Vorwürfe erneut zurück. Er sei sexuelle Beziehungen immer einvernehmlich eingegangen. Nach der Vertragsunterzeichnung mit ihm am vergangenen Samstag hatte der Zeitung “Folha de S. Paulo” zufolge bereits ein Sponsor sein Engagement bei Santos beendet; mindestens vier Sponsoren forderten den Traditionsklub auf, von dem Vertrag zurückzutreten.

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