Spiegel

Filmfest Venedig: US-Drama “Nomadland” gewinnt Goldenen Löwen




Die 38-Jährige Chloé Zhao gewinnt mit


Die 38-Jährige Chloé Zhao gewinnt mit “Nomadland” ihren ersten Goldenen Löwen


Foto: Richard Shotwell / dpa

Bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig ist “Nomadland”, ein Drama der in China geborenen Regisseurin Chloé Zhao, als bester Film ausgezeichnet worden. Das gab die Jury bekannt.

“Nomadland” spielt inmitten der wachsenden Gruppe verarmter, älterer, in Wohnwagen lebender Menschen in den USA, die sich an die letzten Überreste des amerikanischen Traums klammern.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Frances McDormand spielt darin eine verwitwete Frau, die nach der Schließung einer Mine gezwungen ist, ihren Heimatort zu verlassen und sich mit dem Wohnwagen auf die Suche nach Arbeit macht. Dabei wird sie in die Gemeinschaft der Wohnwagen-Reisenden aufgenommen, die sich gegenseitig helfen, das Beste aus ihren Leben zu machen.

Für ihre Rolle bekam McDormand langanhaltenden Applaus bei der Premiere in Venedig. Sie spielte offenbar so überzeugend, dass während der Dreharbeiten in einem Supermarkt eine Stelle angeboten bekam.

Zuvor war McDormand für ihre Rollen als Marge in “Fargo” und Mildred in “Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” ausgezeichnet worden.

(Behalten Sie den Überblick: Montags bis samstags gegen 6 Uhr kommentieren die politischen Köpfe des SPIEGEL die wichtigsten Nachrichten des Tages in unserem Newsletter “Die Lage am Morgen”. Meinungsstark, kompakt, kostenlos – hier bestellen Sie das Morning-Briefing.)

Großer Preis der Jury für “Nuevo orden”

Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung des Festivals, ging an “Nuevo orden”. Der mexikanische Regisseur Michel Franco entwirft darin ein düsteres Bild seines Landes in der nahen Zukunft und fokussiert auf die Kluft zwischen Arm und Reich.

Als beste Schauspielerin ehrte die Jury die 32-Jahre alte Britin Vanessa Kirby für “Pieces of a Woman”. In dem Drama des ungarischen Regisseurs Kornél Mundruczó spielt sie eine Frau, die ihr Kind Momente nach der Geburt verliert. Die Auszeichnung für den besten Schauspieler ging an den Italiener Pierfrancesco Favino für seine Leistung in “Padrenostro”, das von einer traumatischen Kindheit im Italien der 70er Jahre erzählt.

In diesem Jahr konkurrierten 18 Beiträge im Wettbewerb um die Hauptpreise. Die Auszeichnungen wurden von einer internationalen Jury unter Vorsitz der australischen Schauspielerin Cate Blanchett vergeben. Zur Jury gehörten auch der deutsche Regisseur Christian Petzold sowie der US-amerikanische Schauspieler Matt Dillon. Die Festspiele waren am 2. September mit dem italienischen Familiendrama “Lacci” eröffnet worden. Das Filmfestival Venedig ist das älteste Filmfest der Welt.

Es war das erste der weltweit großen Festivals, das seit Beginn der Corona-Pandemie wie geplant stattgefunden hat. Es galten strenge Regeln: So musste auf dem Gelände etwa ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auch die gesamte Zeit im Kino. Außerdem wurde von den Besuchern die Temperatur gemessen; hinzu kamen Abstandsregeln.

Icon: Der Spiegel

Add Comment

Click here to post a comment