Spiegel

Flüchtlingslager auf Lesbos: Nie wieder Moria! – Kommentar

Moria. So ein kleines Wort. Fünf Buchstaben nur, die die Wucht haben, unser Selbstverständnis als Europäer zu zerstören. Oder, um präziser zu sein, das Selbstverständnis jener Europäer, die sich mit den grundlegenden Werten der EU identifizieren können. Dazu zählt an erster Stelle die Wahrung der Menschenrechte.

Als das Feuer am Mittwoch in dem Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Lesbos wütete, zeigten Videos im Internet nicht nur Menschen in Panik, sondern auch Leute, die “Bye-bye Moria!” sangen. Hoffentlich haben sie recht. Denn das Lager mit seinen beschämenden Zuständen muss verschwinden. Nicht nur weil es den Asylbewerbern dort miserabel geht und Moria eine moralische Bankrotterklärung ist. Auch aus europäischem Eigennutz.

Wie sonst sollte die EU in Zukunft noch als Autorität auf der Weltbühne auftreten? Wie sollte ein deutscher oder französischer Außenminister die chinesische Regierung für die Missachtung der Menschenrechte kritisieren? Oder die russische? Saudi-arabische? Iranische?