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Gita Gopinath (IWF) über die sozialpolitischen Folgen der Corona-Krise

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Gita Gopinath ist seit 2019 Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds, wo sie den Posten als erste Frau übernahm. Zuvor lehrte die 48-Jährige in Harvard und an der Universität von Chicago. Gopinath forscht vor allem zu internationalen Wirtschaftsbeziehungen und hat zu dem Thema mit dem früheren IWF-Chefökonomen Kenneth Rogoff mehrere Bücher veröffentlicht. Die gebürtige Inderin hat auch die US-Staatsbürgerschaft. Vor ihrem Wechsel zum IWF beriet sie zwei Jahre lang die kommunistische Regierung des südindischen Bundesstaats Kerala.

SPIEGEL: Frau Gopinath, der IWF sagt in seiner jüngsten Prognose eine historisch einmalige Krise voraus. Die Eurozone gehört dabei mit einem Minus von zehn Prozent zu den größten Verlierern. Tun wir nicht genug gegen die Krise?

Gopinath: Wir haben die Aussichten für Europa tatsächlich nach unten korrigiert. Ein Grund ist, dass die Lockdowns länger und umfangreicher waren als erwartet. Aber die EU-Länder haben beachtliche Antworten auf die Krise geliefert – im Gesundheitsbereich wie bei der Unterstützung von Arbeitern und Firmen. Und das 750-Milliarden-Euro-Paket der EU-Kommission wird bei der Erholung helfen.