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Griechenland: Feuer nahe Flüchtlingslager auf Samos ausgebrochen

Auf der griechischen Insel Samos ist nahe des dortigen Flüchtlingslagers am Dienstagabend ein Feuer ausgebrochen. “Es brennt am Rande des Registrierzentrums”, sagte der Bürgermeister der Ortschaft Vathy, Giorgos Stantzos, der Nachrichtenagentur dpa. Zelte des Lagers würden nicht brennen, er sei jedoch besorgt, sagte Stantzos.

Mehrere griechische Medien berichteten ebenfalls über ein Feuer nahe dem Lager. Den Berichten zufolge ist das Feuer 200 bis 300 Meter oberhalb des Flüchtlingslagers ausgebrochen. In den sozialen Medien kursierten zudem Bilder und Videos, die große Flammen in der Dunkelheit zeigen.

Laut der Zeitung “Kathimerini” sind 20 Feuerwehrleute mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz.

Erst vor wenigen Tagen war das Flüchtlingslager Moria auf der nahe gelegenen Insel Lesbos bei einem Großbrand fast völlig zerstört worden. Rund 12.000 Migranten wurden obdachlos. Die Feuer waren laut griechischer Regierung von Migranten gelegt worden, um die Abreise aus den Lagern und von der Insel zu forcieren. Zuletzt waren im Zusammenhang mit dem Brand sechs Verdächtige festgenommen worden.

Das Lager Moria ist jedoch seit Jahren um ein Vielfaches überbelegt, nach positiven Corona-Tests von zwei Migranten kam es zunächst zu Unruhen, später brachen die Feuer an mehreren Stellen im Lager aus.

Positive Corona-Tests auch auf Samos

Im Flüchtlingslager Vathy nahe des gleichnamigen Ortes auf der Insel Samos leben laut dem griechischen Migrationsministerium rund 4600 Migranten, das Lager hat jedoch nur eine Kapazität von rund 650 Plätzen. Am Dienstag waren im Camp zwei Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. (Lesen Sie hier eine Reportage über die Zustände auf Samos.)

Griechische Politiker warnen seit dem Brand auf Lesbos vor der “Moria-Taktik”. Feuer könnten demnach auch in anderen Flüchtlingslagern gelegt werden – vor allem, wenn die Menschen nun aufs Festland oder nach Mittel- und Nordeuropa gebracht würden. Neben Moria auf Lesbos gibt es auch auf den Inseln Samos, Chios, Leros und Kos Flüchtlingslager.

Die Migranten auf Lesbos fordern angesichts des niedergebrannten Lagers, die Insel sofort verlassen zu dürfen. Allerdings steht bei den meisten der Abschluss des Asylantrags noch aus. Die griechische Regierung besteht darauf, dass die Migranten den normalen Asylprozess durchlaufen müssen.

Die Bundesregierung hatte zuletzt angeboten, 1553 Menschen von den griechischen Inseln aufzunehmen. Dabei soll es sich um 408 Familien mit Kindern handeln, die in Griechenland bereits als schutzbedürftig anerkannt wurden.

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