Spiegel

Im Selbstversuch zum gesunden Darm: Was die Heilpraktikerin sagt

Es geht mir schlecht. Sogar sehr schlecht. Nicht, weil ich meine Null-Zucker-Diät nicht hinbekomme. Oder weil mein Körper so sehr nach Zucker lechzt, dass in meinem Kopf für nichts anderes mehr Platz ist.

Tatsächlich kriege ich das viel besser hin, als ich gedacht hätte. Gut, neulich hab ich im Überschwang eine besonders rote Erdbeere in den Mund gesteckt und sie nicht wieder ausgespuckt, obwohl mir einfiel, dass ich sie gar nicht darf. Und, ja, vielleicht kann ich doch nicht ganz auf Rotwein verzichten. Und vielleicht war das eine Glas trockener Rotwein, das mir am Tag erlaubt ist, nur halbtrocken (und schmeckte süß wie Pfirsichsaft). 

Trotzdem fühle ich mich mies. Ich sitze bei meiner Bioresonanztherapeutin und druckse ein wenig herum, dann versuche ich es so souverän wie möglich herauszubringen: “Ich schreibe jetzt übrigens über unsere Null-Zucker-Diät.” 

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Puh. Das wäre geschafft. Jetzt nur noch schnell das Thema wechseln. Aber … natürlich rede ich dann doch weiter. “Es ist ja ein interessantes Feld, weil da … ähm … das Thema Superalleskönnerorgan Darm, das Thema Zucker, aber auch das Verhältnis Hausarzt/Heilpraktikerin drinsteckt und …” So rede ich weiter und möchte damit eigentlich nur den Moment hinauszögern, in dem sie mich achtkantig aus ihrer Praxis wirft.


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