Spiegel

Internationale Raumstation: Leck abgedichtet – Luftdruck auf ISS sinkt trotzdem

Nach dem provisorischen Abdichten eines Lecks in der Raumstation ISS haben die Raumfahrer noch immer mit Problemen zu kämpfen. “Der Luftdruck sinkt weiter, aber nicht mehr so schnell”, sagte Kosmonaut Anatoli Iwanischin laut der russischen Nachrichtenagentur Tass. Die russische Raumfahrtagentur Rosscosmos hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass für die Crew der ISS keine Gefahr bestehe.

Die Besatzung wolle nun den Riss besser abdichten und die Situation weiter im Blick behalten. “Vielleicht sollten wir die wirksameren Flicken unserer Partner verwenden”, sagte Iwanischin mit Blick auf die amerikanischen Kollegen. Das Loch war am Vortag nach wochenlanger Suche entdeckt worden.

Dafür hatten die Astronauten und Kosmonauten einen Teebeutel verwendet, der in der Schwerelosigkeit in Richtung der undichten Stelle geflogen war. Das Leck wurde mit Klebeband abgedichtet.

Mehrere Zwischenfälle im russischen Modul

Am Mittwoch war zudem im russischen Swesda-Modul die Sauerstoffversorgung ausgefallen. Sie funktionierte aber in anderen Segmenten der mehr als 20 Jahre alten Raumstation. Außerdem stieg bei einem Experiment im russischen Teil leichter Rauch aus einem Gerät auf. Daraufhin wurde der Strom abgeschaltet.

Ebenfalls am Mittwoch hatte eine Sojus-Kapsel mit drei Raumfahrern an Bord nach einem Flug in Rekordzeit an der ISS angedockt. Damit befinden sich derzeit sechs Raumfahrer auf der Internationalen Raumstation. Drei von ihnen werden am kommenden Donnerstag zurück auf der Erde erwartet.

ISS-Teile haben Lebensdauer teils überschritten

Erst im April war ein Sauerstoffleck in der mehr als zwei Jahrzehnte alten ISS festgestellt worden. Der russische Raumfahrtveteran Gennadi Padalka sagte der Nachrichtenagentur Ria-Nowosti, die russische Ausrüstung der Station habe ihre Haltbarkeitsdauer längst überschritten: “Alle Module des russischen Segments sind abgenutzt”, sagte der Kosmonaut, der den Rekord für die meisten im All verbrachten Tage hält. Eigentlich sei die Ausrüstung nur für eine Lebensdauer von 15 Jahren konzipiert gewesen.

Icon: Der Spiegel