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Iran: Navid Afkari in der Nacht beerdigt – Sportler fordern Konsequenzen




Proteste vor der iranischen Botschaft in Berlin


Proteste vor der iranischen Botschaft in Berlin


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ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/Shutterstock


Nach seiner Hinrichtung ist der iranische Ringer Navid Afkari in der Nacht zum Sonntag unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beerdigt worden. Das schrieb der Menschenrechtsaktivist Mehdi Mahmoudian und Freund der Familie Afkaris auf Twitter. Laut Mahmoudian wurde Afkari in einem Dorf in der südiranischen Provinz Fars beigesetzt. Seine Familie durfte an der Beerdigung nicht teilnehmen.

Der 27-jährige Afkari war am Samstag trotz internationaler Proteste hingerichtet worden. Afkari hatte nach Angaben der iranischen Justiz bei einer Demonstration 2018 in Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet. Er habe die Tat gestanden, hieß es. Der Sportler, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen führten dagegen an, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

Auch eine Solidaritätswelle aus dem In- und Ausland hatte Iran nicht zum Umdenken bewegen können. Die internationale Sportlervereinigung “Global Athlete” hat nun Sanktionen des Weltsports für Iran gefordert. Das Internationale Olympische Komitee und der Ringer-Weltverband müssten Iran wegen dieser “abscheulichen Hinrichtung” von der internationalen Sportbühne verbannen, hieß es in einer Erklärung.

“Es ist Zeit für Taten statt Worte”, schrieb Geschäftsführer Rob Koehler dazu. Der frühere stellvertretende Direktor der Weltantidopingagentur (Wada) nahm zudem die Sponsoren des Weltsports in die Pflicht. Sie müssten das IOC für deren Investitionen zur Rechenschaft ziehen, “sonst machen sie sich mitschuldig”.

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