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Jackie Baumann und ihr Ausstieg aus dem Spitzensport: “Ich fühlte mich wie gefangen”

Vier Tage vor den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Braunschweig ist die beste deutsche Hürdenläuferin über 400 Meter ganz unten. Seit Tagen quälen Jackie Baumann Selbstzweifel, mal wieder.

Es ist ein Dienstagmittag im August. Sie legt sich aufs Sofa, um Schlaf zu finden. Schlaf, der in den Nächten zuvor immer weniger geworden war. “Die Anspannung in mir war zu dem Zeitpunkt schon so hoch, als hätte ich gleich an den Start gemusst”, erinnert sich die 25-jährige Studentin.

Irgendwann, so erzählt sie es im Rückblick, hält sie den Druck nicht mehr aus. Sie will mit ihren Eltern reden. Mutter Isabelle ist zugleich ihre Trainerin und engste Vertraute, Vater Dieter ein Ratgeber. Die Ängste ihrer Tochter vor den Wettkämpfen sind seit Jahren Dauerthema in der Familie.

“Komm, versuch es doch noch mal”, reden sie ihr wohlwollend zu. Doch mit jedem Satz, sagt Jackie Baumann, habe ihr Körper mehr blockiert. Alles in ihr habe Nein geschrien. “Ich fühlte mich wie gefangen und wusste, es gibt nur einen Ausweg: Ich höre auf.”