Spiegel

James Bond: Wetten, dass Tom Hardy NICHT der neue 007 wird?




Britischer Schauspieler Tom Hardy: Der nächste Bond? Wer weiß!


Britischer Schauspieler Tom Hardy: Der nächste Bond? Wer weiß!


Foto: MARIO ANZUONI/ REUTERS

Da trendet er also wieder auf Twitter: Tom Hardy, 43, Schauspieler aus London mit einem Faible für physisch und psychisch anspruchsvolle Rollen (“The Revenant”, “Mad Max: Fury Road, “Taboo”), soll angeblich die Nachfolge von Daniel Craig als ausdauerndster Kino-Geheimagent James Bond antreten. Das behauptet zumindest der Filmjournalist Emre Kaya in seinem Popkulturblog “The Vulcan Reporter” – und bittet um Vertrauen für die Stichhaltigkeit seiner Information. Eine Quelle für seine Insider-Erkenntnisse nennt er jedoch nicht.

Was nicht verhinderte, dass der Name Tom Hardy an diesem Wochenende vehement auf Twitter trendet, die Wettbüros zum Glühen bringt – und auch bereits viele Medien dazu verleitete, das Gerücht zu kolportieren. Uns jetzt natürlich auch. Es ist aber auch einfach zu verführerisch!

Die Spekulation über den (oder die) neue(n) Bond gehört schon fast zum Mythos der am längsten laufenden Actionfranchise der Kinogeschichte dazu. Auch wenn der britische MI6-Macho mit der Lizenz zum Töten aus archaischsten und sexistischsten Kulturzeiten stammt: 007 zu spielen, gilt immer noch als Ritterschlag der Entertainment-Branche.

Deshalb hatte sich Tom Hardy bereits vor drei Jahren selbst ins Spiel gebracht. Er fände es richtig cool, James Bond unter der Regie von Kino-Düsentrieb Christopher Nolan zu spielen, mit dem er bereits “Inception”, später dann “Dunkirk” drehte. Naja, wurde dann nichts, weil Daniel Craig, 52, erfolgreicher aktueller Bond-Mime, sich doch noch einmal breitschlagen ließ – und für seinen fünften, diesmal aber wirklich allerletzten 007-Einsatz vor die Kamera zu treten. Naja, abwarten. Angeblich bat Craig selbst darum, den kommenden, 25. Bondfilm nicht allzu aggressiv als seinen letzten Auftritt im Geheimdienst ihrer Majestät zu bewerben.

“No Time to Die” (deutscher Titel: “Keine Zeit zu sterben”) sollte eigentlich bereits im April weltweit in den Kinos starten, wurde aber wegen der Corona-Pandemie (vorerst) auf den 12. November verschoben. In den USA soll er sogar erst am 20. November anlaufen.

Aber warum soll Tom Hardy denn nicht der neue Bond sein?

Ganz einfach: Er ist bereits zu berühmt.

Hardy gehört zu den besten und anerkanntesten Charakterdarstellern seiner Generation, er hat mit der Indie-Produktion “Locke – No Turning Back” vor einigen Jahren bewiesen, dass er einen Film zur Not auch ganz alleine, schlicht am Steuer eines Autos sitzend, tragen kann – und es trotzdem aufregend ist.

Dank seiner Auftritte als Batman-Gegenspieler Bane in “The Dark Knight Rises” und als “Venom” in der gleichnamigen Marvel-Comicverfilmung weiß man, dass man noch nicht mal sein Gesicht zu sehen braucht, um Hardys markantes Spiel (und sein Genuschel) zu erkennen. “Venom” ist übrigens ein gutes Stichwort: Hardy wird das Symbionten-Monster auch in einem geplanten zweiten Teil verkörpern. Was nicht darauf hindeutet, dass er bald in den Bond-Tuxedo wechselt (obwohl er ihm wahrscheinlich gut stehen würde): Wer 007 spielt, hat traditionell nur die Lizenz für eine Film-Franchise.

Aber selbst, wenn außer Frage steht, dass Hardy der perfekte Bond-Darsteller ist: Er wäre bei seinem ersten Bond-Auftritt, also allerfühestens in zwei oder drei Jahren, mit Mitte 40 schon ein bisschen zu alt. Bisher suchten die Bond-Produzenten weniger bekannte Schauspieler, die dann mit dem prestigeträchtigen Part im besten Fall zu Stars wurden. So war es bei Sean Connery, Roger Moore und Pierce Brosnan, weniger Glück hatten George Lazenby und Timothy Dalton.

Nach Craig steht aller Wahrscheinlichkeit nach eine erneute Verjüngung der Figur an, möglicherweise entscheiden sich die Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson aber auch erstmals für eine Person of Color, um den altgedienten Agenten dem Zeitgeist anzupassen und attraktiver für ein nachwachsendes, diverses Publikum zu machen. Eine weibliche Bond-Darstellerin schlossen die beiden jedoch bereits aus. Fest steht: So lange “No Time to Die” nicht erfolgreich seine weltweite Kino- und VOD-Tournee absolviert hat, werden sich Wilson und Broccoli sehr bedeckt halten.

Generell gilt: Wessen Name genannt wird, hat eigentlich schon verloren. Das dürfte für die zurzeit beliebtesten Spekulations-Kandidaten, Idris Elba und Gillian Anderson, ebenso gelten wie für Tom Hardy. Kommentieren wollte er die Gerüchte schon 2017 nicht: Sobald man über so etwas offen spreche, so Hardy damals, sei man automatisch aus dem Rennen.

Icon: Der Spiegel